Der 18. Bauernmarkt in Querfurt mit vielen Besuchern

Viele Besucher hat der 18. Bauernmarkt in Querfurt wieder rund um den Marktplatz der Stadt bei herrlichem Herbstwetter angezogen. Gleich eingebunden wurde das Straßenfest der Klosterstraße. So waren es Tausende, die zum großen Rummel mit viel Musik und drei Modeschauen her kamen. Die Besucher zwar kulinarisch gut verzehrten, man sah auch viele, die sich dort ihr Mittagessen holten, insgesamt aber wurden nur wenige Produkte erworben. Sehr beliebt und eine wirklich gute Idee war der Wildschweinbraten der Jäger auf dem Entenplan. Aus eigener Gaumenerfahrung kann ich sagen, er hat hervorragend gemundet und war butterzart!

Bei Gesprächen mit den tatsächlichen Händlern/Erzeugern musste ich aber feststellen, dass der Markt als solches an ihren Interessen weitestgehend vorbei ging. Kaum noch ein Markt, auf dem man einkauft, sondern ein Flaniermarkt mit hohem Unterhaltungswert, für viele nur noch als Präsentationsfläche genutzt, um Flagge zu zeigen.

Wer gute Umsätze gemacht haben muss, war der Korbwarenanbieter, denn immer wieder sah ich vorwiegend Männer mit einem neuen, leeren Weidenkorb unterwegs.

Was ich persönlich bemängle ist, wie immer wieder auf den sogenannten Bauern- und Grünen Märkten festgestellt, das weitgehendste Fehlen unserer regionalen Erzeuger. Eigentlich wollte ich darüber mit dem Bauernverband ein Gespräch auf dem Markt führen, was leider nicht zustande kam, da man durch das Wettbewerbspflügen in Bad Dürrenberg zu eingespannt sei. Schade!

Flächenmäßig groß und wunderschön präsentierte sich der Obsthof Müller mit einer Mischung aus einer gelungenen Produktpräsentation und einem großen Verkaufsstand. Die Querfurter Marmeladen-Manufaktur, die Querfurter Früchtchen präsentierten sich mit ihrem neuen Verkaufswagen. Sicherlich wird man es schwer haben mit einem solch hochwertigen Produktangebot rund um Marmelade. Zum einen in Bezug auf die Billigprodukte der Discounter, die eigentlich kaum noch was mit Marmelade zu tun haben, und zum anderen durch die vielen Kleingärtner, die selbst ihre Marmelade herstellen. Man wird sich die Kunden anderweitig suchen müssen, wo bei der heran wachsende Tourismus eine Rolle spielen dürfte.

Die Modeschauen passen zwar nicht direkt zum Ambiente eines Bauernmarktes, aber erweckten ein großes Interesse bei den Besuchern. Diese Modeschauen, die am Fuße des Dreieckes und auf dem Entenplan stattfanden, waren weitestgehend auf das reifere Publikum ausgerichtet und führten deutlich auf, wie interessant sich auch diese Generation noch zu kleiden vermag.

Insgesamt fehlten für die Menge der Gäste die entsprechenden Sitzmöglichkeiten. Leider hatte man versäumt, den Schießgraben, der mit vielen Sitzplätzen für die Oldienacht des Wirtestammtisches schon hergerichtet war, entsprechend einzubinden, womit man auch einen tollen Rundweg hätte umsetzen können.

Ein Element, welches gar nicht passte, war der Landrat des Saalekreises, der in seinem Anzug, den er wohl schon zum Händeschütteln für sein Lieblingsprojekt, der Chemie in Leuna und dem Tag der Offenen Tür, anhatte. Was ein Landrat, für den der Tourismus nach seiner eigenen Aussage keine wirtschaftliche Rolle spielt, auf dem Bauernmarkt zu suchen hatte, kann nur an der Zeigefreudigkeit und seiner selbst erfundenen Rolle als Landesfürst liegen.

"Unser Landrat mit Gefolge beim Abgang - nun geht es nch Leuna wo Herrn Bannerts Herz schlägt.

Redaktion: Jürgen Krohn

Text: Jürgen Krohn

Fotos: Jürgen krohn

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Die Redakteure der meisten Medien sind nur kurz auf einer Veranstaltung, holen sich ein paar Infos, machen schnell Fotos und ab zur nächsten Veranstaltung. Wir vom Geiseltaler Veranstal-tungsmagazin werden in der Regel die gesamte Veranstaltung Vorort sein und  ausführlich mit Stimmungseinblicken der Gäste, in Wort und Bild, über die jeweilige Veranstaltung berichten. Dieses wird wesentlich näher und informeller als bisher umgesetzt!