"Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele" von Picasso

In der Familie, im Freundeskreis oder auch im Arbeitsleben – nahezu jeder von uns kennt Menschen, die von psychischen Erkrankungen betroffen sind. Schätzungen zufolge leidet fast jeder dritte Mensch mindestens einmal im Laufe seines Leben an einer psychischen Erkrankung. Zwar rücken die psychischen Krankheiten zunehmend mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, denn vor Jahren war es noch ein absolutes Tabuthema! Doch auch heute begegnen den Betroffenen meist immer viele Vorurteile, die sie daran hindern, Hilfe zu suchen und in Anspruch zu nehmen.

Deshalb wurde weltweit am 10. Oktober der Tag der seelischen Gesundheit begangen. Bereits am 8. Oktober wurde die Ausstellung „klein trifft Groß“ im Foyer des Carl-von-Basedow-Klinikums eröffnet. Gezeigt werden kunsttherapeutische Arbeiten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Die zum Trägerwerk Soziale Dienste in Sachsen - Anhalt gehörende spezialisierte ambulante Erziehungshilfe „Seelensteine“ unterstützt Kinder psychisch kranker Eltern. Dabei handelt es sich um "kleinen Helden", die häufig vergessen werden, wenn ein oder beide Elternteile psychisch erkranken. Sie geraten dann ins Hintertreffen und können ihre Kindheit nicht leben, weil sie dieser beraubt werden.

"Sie weisen ein hohes Risiko aufm selbst psychisch krank zu werden“ erläutert Simone Küchler, Psychiatriekoordinatorin des Landkreises Saalekreis. Die Kunsttherapie kann den Kindern dabei helfen, ihre Gefühle auszudrücken. Dass die Kinder nun den Schritt in die Öffentlichkeit gewagt haben, ist als eine großartige Leistung anzusehen und anzuerkennen.

Die Kunsttherapie hilft aber auch den Erwachsenen der Selbsthilfegruppe „Kreatives Gestalten für Menschen mit seelischen Erkrankungen“, sich mit der eigenen seelischen Gesundheit auseinander zu setzten. Die Hallesche Selbsthilfegruppe steuert acht Arbeiten zu dieser Ausstellung bei.

Umrahmt wird die Präsentation von einem Gemeinschaftswerk, welches in der Kunsttherapie der Merseburger Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik extra zu diesem Anlass gefertigt wurde.

Die Ausstellung ist noch bis zum 06.11.2014 im Foyer Klinikums in Merseburg täglich zwischen 6:00 und 20:00 Uhr zu sehen. Nehmen Sie sich einfach Zeit beim Betrachten.

Auf verschiedenste Art und Weise setzen sich die kleinen und großen Künstlerinnen und Künstler mit sich, aber auch ihren Wünschen, Träumen und Ängsten auseinander.

Auch wenn für die vielen Arbeiten aus Ton oder Knete und anderen Materialien die Möglichkeit der Präsentation fehlte, die kleine Bilderwand mit diesen Werken zeigte dem Betrachter einen kleinen Einblick in die verschiedenen Gestaltungstechniken, die die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen einsetzten.

Redaktion: Jürgen Krohn

Text Quelle: Bettina Lebek

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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