Momente des Lichts - unterwegs mit dem Freilichtmaler Steffen Gröbner

Steffen Gröbner, 40 Jahre alt, Maler und Grafiker, gebürtiger Dresdner, am Dialekt überhaupt nicht als Sachse zu erkennen, eröffnete am 18. November im Kunsthaus „Tiefer Keller“ seine neue Ausstellung. Mit romantischer Malerei versucht er, die Betrachter in den Bann zu ziehen.

Aber von vorn. Dies war schon mein zweiter Anlauf, denn in einem Flyer der Stadt Merseburg war der Ausstellungsbeginn mit dem 11.11.2014 terminiert. Aber was lange wert wird bekanntlich gut …

Verregnetes Novemberwetter trieb mich schon vor der Zeit in das Kunsthaus, denn irgendwie musste ich mir die Zeit ja zwischen Feierabend und Vernissage vertreiben. Dort schaute ich mich erst einmal im neu gestalteten Kunstshop um, der Grafiken, Aquarelle, Porzellan und Schmuck der besonderen Art bietet.

Als Peter Wölk, Fotograf der MZ, erschien, um dann im Vorfeld mit dem Künstler in der Galerie ein paar Fotos zu schießen, nutzen Wolfgang A. H. Noehte, der ebenfalls dem hässlichen Novemberwetter entfliehen wollte, und ich die Gunst der Stunde und hängten uns sozusagen dran.

Vorab konnten wir also seine Werke, vorwiegend in Öl, in Augenschein nehmen. Ganz nebenbei wohnten wir der kleinen Fotosession mit der regionalen Presse und im Anschluss noch dem Interview für den " MERSEBURGER REPORT - LIVE", einem Nachrichtennagazin von Bürgern für Bürger,  bei. Nachdem man so schon das eine oder andere von Steffen Gröbner erfahren hatte, kam man schnell ins Gespräch.

Seinem malerischen Interesse ging Steffen Gröbner schon mit seiner Berufswahl nach. Er absolvierte nämlich seine Lehre als Porzellanmaler an der Meißner Porzellanmanufaktur. In der Zeichenschule der Meißner Manufaktur, der Meißner Jugendkunstschule und als Atelierschüler bei bekannten akademischen Malern gelang es ihm, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln, die er bis zum heutigen Tag immer weiter vertiefte und umsetzte. Dabei ist er seiner Linie immer treu geblieben. Große Stilbrüche kamen für ihn nicht in Frage. Und das ist gut so.

Nachdem ihn seine Arbeit in der Meißner Manufaktur nicht mehr ausfüllte, da ihm die monotone Arbeits- und Zeichenweise nicht mehr genügte, startete Steffen Gröbner 2004 in die Selbstständigkeit. Somit machte er sein Hobby zum Beruf.

Sein Hauptaugenmerk bei der Wahl seiner Motive richtet sich auf die romantischen Landschaften Mitteldeutschlands, Böhmen und Mecklenburg-Vorpommern. Seither reist er mit seinem Wohnmobil durch Mitteldeutschland und fängt seine Motive ein. Seine gesamten Werke entstehen im Freien. Dort ist er immer auf der Suche nach der Ursprünglichkeit der Natur. Was die meisten Zeitgenossen von heute wahrscheinlich stressen würde, Ruhe und Einsamkeit, ist ihm sehr wichtig, um sich einlassen zu können.

Steffen Gröbner möchte uns als Betrachtern die Natur in ihrer ureigensten Schönheit zeigen und nahe bringen. Nach seinen eigenen Worten bringt sie uns in den Einklang mit der inneren Empfindung. Einerseits benötigt die Kunst die Stille von außen und andererseits das ungeduldige, drängende Herz von innen. Die Ursprünglichkeit der Natur zu erleben und darzustellen, ist ihm ein inneres Bedürfnis, verschafft ihm seine notwendigen Freiräume, die er für sein künstlerisches Schaffen benötigt.

Für Steffen Gröbner sind Naturstimmungen oft auch Seelenstimmungen. Dem kann ich nur zustimmen. Seine Bilder zeigen uns den einen besonderen Moment, den die Natur uns im Zusammenspiel mit dem Licht bietet, wenn man sich nur die Zeit nimmt, hinzusehen.

Jedes seiner Bilder, egal ob Ostseestrand oder entlang der Saale, spiegeln wieder, dass er ein überzeugter „Freilichtmaler“ aus Leidenschaft ist, weit weg von „Elektrosmog“ und in diesem Moment frei von Zwängen.

Während er in den Sommermonaten der Schönheit nachjagt, arbeitet er in der kalten Jahreszeit seine Arbeiten auf, widmet sich grafischen Werken und bereitet seine Ausstellungen vor. Hier im Kunsthaus „Tiefer Keller“ hatte er auch sehr viel Spaß mit den beiden Mitarbeiterinnen bei den vorbereitenden Arbeiten.

Ich jedenfalls habe richtig Lust bekommen, ihn einfach mal bei einem seiner Projekte hier in der Gegend zu begleiten. Und der Geiseltalsee hat malerisch viel zu bieten.

Ich möchte mich auf diesem Wege bei dem bodenständigen Maler und Grafiker Steffen Gröbner für dieses interessante und anregende Gespräch bedanken. Seine farbenfrohen Werke bereiteten mir an diesem verregneten Wintertag sehr viel Freude.

Bleibt die Frage, wie schafft es dieser redefreudige Mensch, sich auf Ruhe und Einsamkeit bei seinen Streifzügen einzulassen?

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Jürgen Büchau, Kathleen Brehme

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