Veranstaltung zum Welt - Alzheimertag auch im Merseburger DomStadtKino

Seit 1994 finden am 21. September dieser Welt – Alzheimertag statt und wurde von der Organisation Alzheimer’s Disease International und der WHO gegründet. 

In der ganzen Welt finden an diesem Tag vielfältige Aktivitäten statt. Damit möchte man die Öffentlichkeit aufmerksam machen auf die Situation der Betroffenen und ihrer Angehörigen. 

Schon am 20. September 2016 um 16 Uhr luden der Landkreis Saalekreis und das Mehrgenerationenhaus Merseburg herzlich ins DomStadtKino Merseburg zur Vorführung des Films „Nicht schon wieder Rudi“ ein mit anschließender Diskussionsrunde, denn etwa 46 Millionen Menschen weltweit sind von Demenzerkrankungen betroffen. Die Zahl wir voraussichtlich bis zum Jahr 2050 auf über 130 Millionen angestiegen sein.

Das Motto für den diesjährigen Welt - Alzheimertag und die Woche der Demenz 2016 in Deutschland lautete "Jung und Alt bewegt Demenz". Nicht nur dadurch fühlte ich mich angesprochen, sondern weil es mich als Nichtbetroffene trotzdem oder gerade deswegen interessiert.

Zu Beginn wurde man mit dem Film „NICHT SCHON WIEDER RUDI!“ an dieses Thema heran geführt. Dieser sehr emotionale Film, der viele menschliche Beziehungen und damit emotionale Ebenen aufgreift, macht ihn einfach liebenswert. Mich jedenfalls hat das Gesehene berührt. 

Aber eine gewisse Traurigkeit kam in mir auf, da sich durch das Szenario auch die Hilflosigkeit und die Ohnmacht der Angehörigen, Bekannten und Freunden aufgezeigt wurden. 

Ich denke, den Machern dieses Films ist es auf einzigartige Weise gelungen, einem die Angst vor dem Thema Altersdemenz zu nehmen. Auch wenn es sich dabei um eine Komödie handelt, wird das Thema mit Ernsthaftigkeit und Professionalität bearbeitet.

In einer für mich wichtigen Schlüsselszene wird es auf den Punkt gebracht: Ja, als Angehöriger hat man Angst! Sie bezieht sich nicht nur auf die Verantwortung, die durch eine Erkrankung, in diesem Fall Alzheimer, entsteht. „Füreinander - da - sein“ spielt eine große Rolle.

Diese Angst versuchten die Macher dieses Films den Angehörigen, Bekannten und Freunden zu nehmen. Ich weiß nicht, ob es gelungen ist, denn ich weiß selbst, dass dieses Geschehen, mit einer Krankheit umzugehen, ein beidseitiger Lernprozess ist, der nicht immer einfach ist.

Im Anschluss fand eine sehr interessante und lebendige Diskussionsrunde statt. Gesprächspartner waren:

Matthias Brenner 

Torsten Klimpel 

Christiane Dubslaff

 

Jens Trempler

 

Hauptdarsteller und Intendant des Neuen Theaters Halle

Stadtinsel e.V. und Projektleiter "Chance pro Alter"

Leiterin „Lebenswerte - Sozialtherapeutisches Begegnungs-zentrum“ Halle/ Saalekreis

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Oberarzt am Carl-von-Basedow-Klinikum Saalekreis


Die anschließende Podiumsdiskussion war sehr informativ. Gestellte Fragen wurden umfassend beantwortet. Fazit ist, dass durch die positive Darstellung der Demenz und Alzheimer im Film und das damit verbundene Schicksal einerseits Einschränkungen bedeuten, andererseits auch ganz viel Potential für das wieder miteinander füreinander da sein vorhanden ist. An einem zweiten Teil von wird bereits gearbeitet. Man darf gespannt sein, denn Diagnose Alzheimer bedeutet nicht das Ende der Welt …

Daher ist es wichtig, Hilfe anzunehmen. Auch wenn eine Heilung der Alzheimer - Krankheit im Moment nicht möglich ist, kann durch medizinische Behandlung, Beratung, soziale Betreuung, fachkundige Pflege und vieles mehr den Kranken und ihren Angehörigen geholfen werden.

Redaktion: Kathleen Brehme

Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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