In der Stadtbibliothek Braunsbedra liest Kerstin Schmäling „Crazy Horse ..."

Am 29. März 2017, so kurz nach der Leipziger Buchmesse, las die Indianer - Autorin Kerstin Schmäling aus dem Buch „Crazy Horse, das Leben und Vermächtnis eines Lakota-Kriegers“.

Über ihn wurden schon viele Biografien geschrieben, darunter waren gute und schlechte. Aber was macht dieses Buch zu etwas Besonderem? Keiner der anderen Autoren war je bei der Familie von Crazy Horse.

Er gehörte zu den letzten Hemdträgern der damaligen Zeit, welche hohe Befugnisse hatten. Diese Führer waren als stellvertretende Exekutive anzusehen. Und die Geschichten, die von Weißen erzählt wurden, zeigten nicht das wahre Bild von dem großen Krieger.

Aus diesem Grund ist die Familie an die Öffentlichkeit herangetreten, um ihre Geschichte zu erzählen. Über 3000 Nachkommen, auch wenn es keine direkten waren, sollten diese Geschichte erfahren.

Crazy Horse selbst hatte nur eine Tochter, die im frühen Kindesalter verstarb. Auch diese Szene wird in diesem Buch beschrieben und wie er und seine Frau sich die Haare abschnitten und der Tochter auf die Reise zur anderen Seite mitgaben.

Diese Nachkommen stammen von Crazy Horse 10 Geschwistern. Drei Sprecher der Familie traten an William Matson Regisseur und Produzent heran, der bereits Sitting Bull’s Leben verfilmt hatte.

Crazy Horse Familie wollte, dass er alles aufschreibt, was sie ihm erzählt haben. Leider ist er kein Schriftsteller, so dass das englische Original wirklich schlecht geschrieben war. Und genau übersetzt klang alles, als ob man unter Drogen geschrieben hätte.

Der Traumfänger Verlag ist ein sehr Verlag, der sich einer Großen Herausforderung stellte. Erstens musste eine gute Übersetzung her, die einerseits typische Redewendungen beibehält, aber auch die Eigenennamen für Flüsse oder bestimmte Orte musste so benannt werden, dass man es auch auf der Landkarte finden kann. Es mussten Lösungen gefunden werden. Zum Beispiel setzte man die Originalnamen in Klammern. 

Das Wort Häuptling dagegen fand man im englischen Original gar nicht, da man Chief mit Säufer übersetzte. Und Leader zu übernehmen ging auch nicht, da das Wort Führer auch nicht positiv behaftet ist.

Alle diese Absprachen, auch Entfernungsangaben in Kilometern und nicht in Yard, wurden von der Familie genehmigt.

Nun musste das entstandene Buch überarbeitet werden. Dafür hatte man Lektorin ins Boot geholt, die ihre Aufgabe sehr gut machte. Und falls sich doch ein Fehler eingeschlichen haben sollte, kann man es ja damit entschuldigen, dass Indianer mit Absicht Fehler machen. Sie bauen extra einen ein, um die Demut vor dem Schöpfer zu zeigen.

In Amerika liest sich die Geschichte über Indianer ungefähr so … Diese Wilden haben unschuldige Menschen überfallen und verstümmelt. Dass aber der beschlossene Frieden nicht eingehalten wurde, erzählt niemand. Im Gegenteil, es werden immer mehr manipulierte Geschichten erfunden zum Beispiel über tote Goldgräber, die so nicht passiert sind. Die Soldaten wurden im Kampf getötet oder frei gelassen, Kinder und Frauen adoptiert.

Eine Überprüfung durch Regierung ergab, dass die Weißen die Streitauslöser waren. Trotzdem wurden mit Soldaten aufgerüstet und Befehle gegeben, die die Ausrottung der Indianer zur Folge hatten, denn nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer. Die Soldaten waren grausam und brutal.

Eine Überprüfung durch Regierung ergab, dass die Weißen die Streitauslöser waren. Trotzdem wurden mit Soldaten aufgerüstet und Befehle gegeben, die die Ausrottung der Indianer zur Folge hatten, denn nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer. Die Soldaten waren grausam und brutal. Und diejenigen, die die Indianer getötet haben, wurden nie zur Rechenschaft gezogen.

Crazy Horse hatte am Ende keine Zeit für eine eigene Familie, da er sich nach der Niederlage und Kapitulation zur Aufgabe machte, sein Volk zu schützen und dort zu bleiben. Man hatte ihm auch eine eigene Reservation versprochen. Leider wurde auch diese Zusage nicht gehalten.

Stattdessen gab es das Geisterwasser, die Nahrung wurde zugeteilt, auch die Kinder lernten nicht mehr zu jagen. Crazy Horse wollte nicht sein Leben gegen die Geschenke der Weißen eintauschen. Und trotzdem muss man auch in schweren Zeiten Kleinigkeiten des Lebens als Geschenk ansehen und annehmen. 

Die Indianer wurden in den Black Hills durch die Weißen und auch die Goldgräber überrannt. Diese erschütternde Geschichte, die Kerstin Schmäling selbst stark berührte, erzählt auch von der Reservationszeit, die viele nicht überleben. 

Für all dieses Unrecht begann Crazy Horse irgenswann, Vergeltung zu üben. Ungefähr 300 Bergleute wurden von ihm getötet und die Leichen am Wegrand der Black Hills als Abschreckung abgelegt, Sie wurden nicht von ihm skalpiert. Er nahm nur das Gold, welches er Mutter Erde an einem geheimen Ort zurückgegeben. In einer Höhle mischte er Goldstaub und Nuggets im Staub des Bodens ab.

Diese spannend geschriebene Familiengeschichte, die mit Bildern illustriert wurde, erzählt den Weg vom Großvater von Crazy Horse an bis zu seinem Tod. Der Stammbaum dieser angesehenen  Familie wird aufgezeigt. 

Kerstin Schmäling erzählte uns auch, dass sie das eine oder andere selbst ausprobiert hat. Dazu gehörte unter anderem, dass sie in eine rohe Büffel - Leber gebissen hat oder mit getrocknetem Bisonmist Feuer gemacht hat. 

Ihr Fazit war an diesem Nachmittag, dass man sollte mündlichen Überlieferungen, für die es keine schriftlichen Aufzeichnungen gibt, durchaus ernst nehmen sollte.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos:Kathleen Brehme

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