KVHS Vortragsreihe in Braunsbedra: Renaissance - Teil 2

Am 7. September setzte Herr Laitko seine Vortragsreihe über Kunst- und Stilgeschichte fort. Im Ratssaal der Stadt Braunsbedra waren trotz hochsommerlicher Temperaturen zahlreiche interessierte Zuhörer erschienen.

Ich gebe zu, ich dachte nach der ersten aufgelegten Folie: Oh, mein Gott, dass wird sicherlich staubtrocken! Aber nein, ich wurde eines besseren belehrt.

In diesem 2. Teil vermittelte der Referat Herr  Latko die spannenden Verhältnisse zur Zeit der Renaissance. Dabei wurden uns der Werdegang und die Entwicklung der Architektur und Malerei im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Entwicklung in Mitteleuropa beim Übergang von der Renaissance zum Barock – dem Manismus - eindrucksvoll erklärt.

Während dieser Zeit wollte man sich von den auferlegten Zwängen durch die Kirche befreien. Zur Zeit der Reformation, mit Martin Luther als Vorreiter, versuchte man, die Welt zu entdecken. Geografisch, biologisch, chemisch … eigentlich in allen naturwissenschaftlichen Bereichen wurden die Verschiedensten Entdeckungen gemacht. 

Dadurch versuchte man Klarheit zu schaffen und eine Gliederung des Seins und Lebens in die verschiedenen naturwissenschaftlichen Bereiche vorzunehmen. Man kann sagen, dass sich hier das so genannte „Schubladendenken“ heraus kristallisierte.

Selbstverständlich hatte diese Entwicklung gesellschaftliche Folgen. Die Aristokratisierung spiegelte sich auch in der Kunst wieder. Natürliche, realistische Porträts in Originalgröße wurden geschaffen. Es wurde wieder die perspektivische Zeichnung wie zu Zeiten der Antike angewendet. 

Die Künstler beschäftigten sich intensiv mit dem Studium der Natur und des Menschen. Durch das Beobachten der Wirklichkeit wollte man mehr der Wahrheit nahe kommen. Sogar vor den Toten machte man nicht halt. Selbst die Nacktheit war kein Tabu mehr! 

Tizian, Michelangelo, Raffael, Albrecht Dürrer, Leonardo da Vinci, um nur einige zu nennen, stellten den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Malereien und Plastiken. Sie wurden selbstbewusst, heroisch, stolz dargestellt, die denkende, lehrende oder auch leidende Wesen sind. Leidenschaft und Emotionen sind zu sehen. 

Die Bildungs-, Lebens- und Erfindungsfreude hatten zur Folge, dass die Sucht nach Verzierung sich in allem widerspiegelte. Uniformen fanden hier ihren Ursprung, die Natur wurde in den entstehenden Barockgärten in Formen gepresst, die Orgel, das „Maschinengewehr Gottes“ entstand. Also alles laut, groß, farbig und intensiv.

So intensiv habe ich Kunst und Geschichte noch nie erlebt. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, Herrn Laitko zuzuhören. Auf eine Fortsetzung sind mit Sicherheit alle sehr gespannt.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos:Kathleen Brehme

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