Erlebnisführung: Ein Osterspaziergang mit der Merseburger Eierfrau

Gemeinsam mit dem Bischoff und der Merseburger Eierfrau spazierten die Teilnehmer dieser Erlebnisführung am 27. März durch den Merseburger Schlossgarten. Auch wenn dieser Tag frühlingshaft begann, war es am Ende doch ein, vom Wetter her, eher sehr durchwachsener Ostersonntag.

Trotzdem sollte es ein beschaulicher Osterspaziergang werden. Während wir bereits am Schlossgartensalon warteten, flanierte der Bischoff noch durch den Garten, der in diesem Jahr leider nicht so frühlingshaft erblühte. Auch hier kamen die Sparmaßnahmen der Stadt irgendwie zum tragen.

Zur Begrüßung stellte uns die Eierfrau ein Kreuzworträtsel mit christlichen Fragen und Fragen zum Osterfest vor. So erfuhren die Umstehenden zum Beispiel, dass das Osterfeuer  eigentlich ein alter Brauch der Germanen ist.

Neben verschieden anderen Gedichten auf unserem gemeinsamen Weg  durch den Merseburger Schlossgarten durfte natürlich Goethes Osterspaziergang nicht fehlen.

Auch hier gab es einen bunt geschmückten Osterbaum zu bewundern. Am vergangenen Mittwoch hatten Kindergartenkinder und Angestellte des Grünflächenamtes der Stadt Merseburg gemeinsam mit zahlreichen fleißigen Helferinnen und Helfern in der Stadt mehrere Bäume österlich geschmückt. Mehr dazu finden hier.

Zu den historischen Geschichten rund um den Domberg gab es allerhand Beschauliches über das Osterfest selbst zu hören.

Während Ostern, Pfingsten usw. eigentlich für viele nur noch Feiertage in Form von verlängerten Wochenenden sind,  wurde uns noch einmal die Bedeutung eben dieser erörtert.

Der Schlossgarten Merseburg gehört zum Reich der Gartenträume. Auch dazu gibt es eine Themenführung. Nähere Informationen finden Sie in diesem Live - Bericht.

Beim Blick auf die Saale kann man auf der anderen Seite des Saaleufers die Mühleninsel mit ihrem eigenen Wasserkraftwerk sehen. Am dortigen Wohnkomplex finden Interessierte auch barrierefreie Wohnungen.

Neben aktuellen Fakten, wurden wir auch mit historischen gefüttert. Zum Beispiel nahm Ständehaus 1895 seinen Dienst auf. Und erst nach 1918 erhielten außerdem Frauen das Wahlrecht.

Vorbei am Denkmal vom preußischen Offizier Friedrich Kleist von Nollendorf im Schlossgarten ging es nun in Richtung Schloss. Diese Büste ist schon einmal einem Raub zum Opfer gefallen. Daher steht hier nur noch eine Kopie, während das Original in einem Museum steht.

Und wer kennt sie nicht, die Merseburger Rabensage? Die Wappenafel, die am Schloss angebracht ist, wenn man vom Schlossgarten aus über die Brücke geht, erzählt ebenfalls davon. Wenn man richtig hinschaut, sieht man Folgendes:

- die erhobenen Arme des Dieners  Johannes

- einen Fuchs (der den hinterlistigen Jagdaufseher symbolisieren soll)

- das Wappen der Familie von Trotha   

- der Rabe mit Ring im Schnabel

Als wir am Rabenkäfig ankamen, wurden wir gleich mit der Frage konfrontiert: Worum streiten sich Raben? Um alles, war die Antwort. Wichtig sei jedoch, sich wieder zu vertragen.

Neben dem Rabenkäfig findet man ein großes "Buch", indem vom Merseburger Altstadtverein  eine etwas andere Rabengeschichte zum Gedenken an Siegfried Berger erzählt wird.

Vor dem Durchgang zum Schlosshof steht eine große Schautafel über die Sehenswürdigkeiten im Saalekreis. Unter anderem findet man dort die Saline in Bad Dürrenberg oder den Geiseltalsee, dem größten künstlichen Binnensee Deutschlands.

Auf dem Domplatz hörten die Teilnehmer dieser Führung interessiert zu, als die beiden Geschichten um den Gabelstein erzählt wurden.

Am österlich geschmückten Dombrunnen, der unter den ahornblättrigen Platanen steht, zelebrierte der Bischoff ein Gedicht. Auf unserem Weg vom Schlossgartensalon bis zur Neumarktkirche hörten wir ohnehin das eine oder andere -  ob Sage, Gedicht und andere Legenden um Ereignisse und Persönlichkeiten der Stadt Merseburg.

Der ehemalige Trinkbrunnen auf dem Domplatz wurde vor ein paar Tagen schön geschmückt, worüber wir hier auch berichtet haben.

An der Domprobstei vorbei, ging es dann die 55 Domstufen hinab mit den Worten: Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein ...

Über die Neumarktbrücke laufend, erhaschten wir noch einen Blick auf das „Traumschiff“ von Captain Fu, mit dem man ruhig mal einen Ausflug auf der Saale machen kann. Es lohnt sich.

Bevor wir an der Neumarktkirche ankamen, machten wir noch einen Stopp an der Gedenkstele für die Merseburger Sinti und Roma.

Auch dazu finden Sie bei uns einen kleinen Bericht und zwar hier.

In der Stadt Merseburg befinden sich auch 7 Stolpersteine, die in Gedenken an die Opfer während der Zeit des Nationalsozialismus angebracht wurden. Einer davon ist zum Beispiel am Entenplan.

Kurz vor den Sanierungsarbeiten an der Neumarktkirche hatte man noch einmal die Möglichkeit, sich die Kirche auch von innen anschauen. Doch zuvor konnten die kleinen Gäste Überraschungen, die am Ende dieser Führung auf sie warteten, in Empfang nehmen. Dafür wurde die kleine Wiese extra liebevoll österlich geschmückt.

Am Ende dieser informationsreichen Führung unterhielt ich mich noch etwas mit der Eierfrau und dem Bischoff über Osterbräuche und weitere anstehende Projekte.

Frau Tippelt, die Eierfrau ließ es sich dann nicht nehmen, ihren vor ein paar Tagen verzierten Eierbaum mit ein paar letzten Eiern, die umhäkelt worden sind, zu schmücken. Es war ein sehr schöner Anblick.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Heinz Biemann, Kathleen Brehme

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