Merseburger Domgalerie - „Nähe und Distanz“ Malerei von Dr. med. Wiltrud Eber

Am 14. Juni 2016 wurde die neue Ausstellung von der 1941 geborene Frau Dr. Wiltrud Eber mit einer Vernissage in der Domgalerie eröffnet.

Obwohl immer erzählt wird, dass ihre Mutter ausschlaggebend dafür war, dass sie mit der Malerei begonnen hat, erzählte sie uns am heutigen Abend, dass die mütterliche Malphase eher erst begann, als die Kinder aus dem Haus waren.

Frau Dr. Wiltrud Eber verbindet einiges mit der Domstadt. 1959 machte sie ihr Abitur in Merseburg.

Im Anschluss daran absolvierte sie kein Kunststudium, sondern ihr Wahl fiel auf den Fachbereich Medizin.  Bis zum Eintritt des Rentenalters war Frau Dr. Wiltrud Eber als Dermatologin tätig.

Laudator Rainer Schubert aus Wansleben am See, sozusagen ein Kollege von ihr, ist als Fotograf tätig. Mir persönlich gefiel sehr gut, dass diese Laudatio einmal ganz anders gestaltet wurde. Es war eher wie ein Interview gestaltet. 

Rainer Schubert fragte und Frau Dr. Wiltrud Eber antwortete. Während dieses Gespräches konnte man so einiges über die Künstlerin erfahren. 

Unter anderem auch, dass sich die beiden vor 10 Jahren, nämlich am 23.05.2006, kennen gelernt haben.  Frau Dr. Wiltrud Eber hatte von ihren Kindern einen Workshop geschenkt bekommen mit dem Thema „Burgen malen und fotografieren“. Rainer Schubert war, wie nicht anders zu erwarten, für den Fotografischen Teil zuständig.

Beide teilen eine Vorliebe – das Gestalten von Exlibris. Sicherlich durch ihre Mutter inspiriert, baute Frau Dr. Wiltrud Eber systematisch ihr Können auf. 

Ihr Titelbild „Aussichtslos“, welches einen emotionalen Werdegang widerspiegelt und kein Porträt darstellt, rief die Frage hervor: Muss Malerei schön sein?

Wobei man reizvoll gleichsetzt mit schön, kann geheimnisvoll oder faszinierend eher mit hässlich in Verbindung gebracht werden. Und dass sich das Schönheitsideal über die Jahrhunderte gewandelt hat, sieh man selber, wenn man sich Rubens Schönheiten und die Supermodels von Heidi Klum anschaut. Da klaffen die Vorstellungen weit auseinander.

Ein kleiner Exkurs durch die Funktionalität der Malerei und der Verlust derer nach der Erfindung der Fotografie folgte. Schon während dem 2. Weltkrieg erlangte die Malerei eine neue Bedeutung. Sie wurde zu Ideologie- und Propagandazwecken genutzt. Danach entwickelten sich die Formen in Ost und West unterschiedlich.

Im Westen ging es eher in die abstrakte Richtung. Im Osten Deutschlands enstand der neue Mensch. So entwickelte sich der sozialistische Realismus von Willi Sitte. Auch die Lehren an den Hochschulen in beiden deutschen Teilen entwickelten sich anders.

Der Lieblingsmaler von Frau Dr. Wiltrud Eber, Horst Janssen – westdeutscher Maler und Grafiker, regte sie an, Porträts in seinem Stil zu malen. Nach Vorlagen, die mindestens postkartengroß sein müssen (aus der Presse o.ä.), erarbeitet sie ihre Werke. Das Porträt von Armin Müller Stahl gefällt Rainer Schubert besonders.

Die Frage, wie ihre Bilder entstehen, war schnell beantwortet. Während Aquarelle einem nicht viel Zeit zum Werden lassen, entwickeln sich ihre Acrylarbeiten. Am Anfang steht bei Frau Dr. Wiltrud Eber immer die Idee und dann entstehen ihre Werke. Aber sie liebt Farben.

Katharina Melzer, Mitglied des MERKUNST – Vereins kam an diesem Abend auch sehr schnell mit der Künstlerin Frau Dr. Wiltrud Eber ins Fachsimpeln. Man unterhielt sich angeregt über angewandte Techniken ihrer Acrylbilder.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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