Merseburger Internationales Frauencafé

Die enorme Flüchtlingswelle aus dem letzten Jahr ist allen noch in Erinnerung. Auch Merseburg und Umgebung stand vor der großen Aufgabe, diesen Menschen ein Dach über den Kopf zu geben. 

Aber damit ist es nicht getan. In einem fremden Land, dessen Sprache man nicht spricht, die Gepflogenheiten und vieles mehr nicht kennt – wie findet man sich da zurecht?

Geflohen wird aus den unterschiedlichen Gründen. Kriege, Hunger, Armut, Elend, Klimakatastrophen, Diktaturen und vieles andere mehr brachte diese Menschen in eine verzweifelte Lage, deren Ausweg nur noch das Verlassen der Heimat war.

Unter diesen Menschen befinden sich auch viele Kinder und Frauen. Fazit ist, mit Sicherheit flieht keiner freiwillig und ein Neuanfang ist immer schwierig, in einem fremden Land noch schwieriger.

Viele freiwillige Helfer und Institutionen nahmen sich dieser Situation und damit diesen Menschen an.

Auch der evangelische Kirchenkreis Merseburg stellte sich dieser Herausforde-rung. Anliegen ist es, mit Flüchtlingen in Kontakt zu kommen und sie zu unterstützen. In der Begegnungsstätte in der Hälterstraße in Merseburg versucht man, eine geschützte Atmosphäre zu bieten, in der man die Möglichkeit erhält, etwas Neues zu lernen. Des Weiteren  werden Hilfestellungen im Alltag und bei behördlichen Belangen gegeben. Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, waren auch wir schon mit dem einen oder anderen Formular von irgendeinem Amt oder einer Behörde überfordert.

Das Angebot reicht von Beratung, Begleitung, sprachlicher Qualifizierung, Gesundheitshilfen für kranke Flüchtlingsfrauen und spezieller Unterstützung von schwangeren Frauen und Müttern mit minderjährigen Kindern bis hin zu Kursen und Ausflügen.

Natürlich werden auch hier immer engagierte Helfer(innen) gesucht. Man hat die Möglichkeit, andere Menschen und Orte kennen zu lernen. Während dieser Zeit wird eine Kinderbetreuung angeboten.

Durch Zufall hatte ich am 14. September 2016 die Möglichkeit, einen Nachmittag hier im Internationale Frauencafé zu verbringen. Privat wollte ich mich mit einer Frau treffen, die sich hier mit engagiert. Leider war sie unvorhergesehener Weise verhindert und ich nutzte die Chance, um das Geschehen hier zu verfolgen.

Bevor es richtig losging, wurden anstehende Probleme und Anfragen bezüglich Wohnraum, Ämtern oder ärztlicher Betreuung geklärt. In der Zwischenzeit trafen  die Frauen unterschiedlichster Nationalitäten mit ihren Kindern ein. Da ich weder arabisch, syrisch oder ähnliche Sprachen kann, war ich anfangs einfach stiller Beobachter. Denkste – diese Frauen begrüßten mich sehr freundlich, fragten mich wie es mir geht und ob ich das erste mal hier sei. Schnell kam ein Gespräch in Gang und auch die Kinder zeigten sich sehr interessiert.

Da ich nicht mit verschlossenen Augen durch Merseburg laufe, kamen mir einige Gesichter schon bekannt vor bzw. hatte ich auf dem diesjährigen Bürgercampus getroffen.

Einen kleinen Bericht zum Internationale Frauencafé finden Sie hier.

Auf Grund des schönen Wetters zog man es vor, diesen Nachmittag nicht hier in den Räumen zu verbringen. Gesagt getan. Da die eine ehrenamtliche Mitarbeiterin verhindert war, hatte Frau Groß alle Hände voll zu tun. 

Da kein Kaffee gekocht worden war, bot ich mich an, da ich die Möglichkeit hatte, zwischenzeitlich Kaffee und Tee zu kochen. Nur mit Zucker konnte ich nicht dienen. Für diese Frauen gehört Zucker zum Tee dazu. Den „erschnorrte“ ich dann im Radisson Blu Hotel Halle-Merseburg, welches sich im Zech’schen Palais am Ständehaus, welcher  1782 errichtet wurde, befindet. 

An diesem Nachmittag erlebte ich Frauen, die ganz entspannt im Schatten auf der Wiese oder den Bänken saßen. Sicherlich für uns befremdlich, aber es hatte nichts störendes. Die Kinder spielten alle gemeinsam oder malten. Es wurde sich über die Schule ausgetauscht, die Deutschkurse oder den anstehenden Sportkurs. 

Ich war angenehm überrascht, da es sehr ruhig zuging und immer freundlich war. Am Ende räumten alle gemeinsam diesen genutzten Platz wieder auf, nachdem Frau Groß noch einmal das Muss voran stellte. Nachdem Alles zusammengepackt war, ging es zurück zur Hälterstraße.

Als ein Kleines Mädchen dann eine Blume abpflückte, entschuldigte sich die Mutter mit verstohlenem Blick bei mir. Und zeitgleich sagten wir: Es sind eben Kinder!

Wer Interesse hat, sich in irgendeiner Form hier zu engagieren, kann das gerne tun.  Hier hat man die Möglichkeit:

Dienstag

(in der Hälterstraße 30) 

14.30 Uhr

Deutsch lernen


Mittwoch

(in der Hälterstraße 30)  

14.00 Uhr            

Frauencafé


Donnerstag

(in der Hälterstraße 19) 

14.30 Uhr            

Deutsch lernen


Freitag

(in der Hälterstraße 30) 

14.00 Uhr            

Deutsch lernen


Und seit zwei Wochen gibt es dieses Internationale Frauencafé auch in der Stadt Braunsbedra:

Dienstag

(Multikulturelles Zen-trum/ Stadtbibliothek)    

14 - 16.00 Uhr

Frauencafé


Die Ansprechpartnerin dafür ist Frau Monika Groß, die Sie unter folgender Telefonnummer erreichen: 0157 - 35489882 

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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Die Redakteure der meisten Medien sind nur kurz auf einer Veranstaltung, holen sich ein paar Infos, machen schnell Fotos und ab zur nächsten Veranstaltung. Wir vom Geiseltaler Veranstal-tungsmagazin werden in der Regel die gesamte Veranstaltung Vorort sein und  ausführlich mit Stimmungseinblicken der Gäste, in Wort und Bild, über die jeweilige Veranstaltung berichten. Dieses wird wesentlich näher und informeller als bisher umgesetzt!