„MATCHPOINT“ Malerei von Peter Grosz - in der Merseburger Domgalerie

Am 1. März wurde im Kunsthaus „Tiefer Keller“ die erste Ausstellung für dieses Jahr eröffnet.

Herr Leidel erinnerte in seiner Eröffnungsrede daran, dass das Haus selbst am 22.Februar 2006 eröffnet worden ist. Man kann also zwischenzeitlich auf 10 Jahre Kunst und Kultur in diesem Haus zurückblicken.

Der Künstler Peter Grosz, der in Dresden geboren wurde, der Kunst von der Pieke auf gelernt und studiert hat, ist inzwischen in Salzburg gelandet.

Die bessere Hälfte von Peter Grosz, die als Dramaturgin tätig ist, und er sind somit der Theaterbühne sehr verbunden. Für die verschiedensten Theaterproduktionen entwarf und entwirft er Bühnenbilder, unter anderem  auch für die Salzburger Festspiele. 

Das freie Arbeiten mit Raum, Materialien und Farben ist ihm daher in Fleisch und Blut übergegangen. Diese Ausstellung stellt einen Querschnitt seiner schöpferischen Tätigkeit der letzten Jahre dar.

Der etwas unübliche Umgang mit Materialien, zum Beispiel der Einsatz von Leinen eines ausgedienten Malerkittels, in seinen Collagen, in Verbindung mit der Verwendung intensiver Farben, rief bei dem Betrachter etwas Verwirrung hervor. Man könnte auch sagen, dass seine Werke nicht leicht zugänglich sind. 

Vorhandenes wird dadurch jedoch zum Bildträger und gleichzeitig zum Bildmitgestalter. Der Malerkittel erhält dadurch eine neue Existenzberechtigung.

Mir ging es beim Betrachten der Malereien von Peter Grosz dabei nicht anders. Es fiel mir schwer, eine Verbindung vom Gesehenen zum Bildtitel herzustellen. Trotzdem muss ich sagen, dass seine wandplastischen sperrigen Malereien hier im Kunsthaus „Tiefer Keller“ richtig gut zur Geltung gekommen sind.

Peter Grosz selbst hat keine Verbindung zu Domstadt Merseburg. Der Kontakt zum Kunsthaus „Tiefer Keller“ wurde schon vor ein paar Jahren hergestellt. Sein Künstlerkollege Michael Goller, der bereits 2012 selbst hier ausgestellt hat, soll das Ganze ins rollen gebracht haben.

So ist es möglich, dass die  „kleinen Salzburger Festspiele“ in Merseburg vor Ort sind, denn seine metallischen Kunstwerke, die Peter Grosz als Mitbringsel sozusagen im „Handgepäck“ hatte, sind arrangiertes Verpackungsmaterial, welches er sich sozusagen aus der Schrottkiste geangelt hat. 

Ein längeres Gespräch führten Peter Grosz und ich beim Betrachten der Reihe „Luxus“. Auf Grund des dargestellten Schaukelpferdes kam in mir erst einmal die Frage auf, ob Peter Grosz selbst Kinder hat. Das Paar ist kinderlos, konnte ich erfahren.

Aber im Bezug auf das, was ich hier sah, kam ich nicht umhin, darüber nachzudenken, was Luxus denn eigentlich ausmacht. Gehört ein Kinderschaukelpferd eigentlich dazu?

Es kommt einfach auf die Seite der Medaille an, von der man aus es betrachtet.  Was für den einen nichts bedeutet, ist für den anderen enorm viel und sehr wertvoll. Und dabei muss es sich um nichts Materielles handeln!!!

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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