„Weinland an Saale und Unstrut“ Pastell- und Acrylmalerei von Peter Loose

Obwohl die Stadt Halle nicht zum Einzugsgebiet des Geiseltaler Veranstaltungs-magazins gehört, ist mir dieser Beitrag ein Bedürfnis.

Ich wurde von einer Freundin eingeladen, sie auf diese Vernissage zu begleiten. Gesagt getan. Nachdem ich einen Blick auf die Einladung geworfen hatte, informierte ich mich über den 1949 in Merseburg geborenen Maler Peter Loose.

Bei Merseburg klingelten gleich meine Ohren. Umso mehr freute ich mich auf diesen Abend. Ich kann vorwegnehmen, dass ich viele Bekannte Gesichter getroffen habe. Unter anderem auch der Künstler Burkhard Aust, der selbst schon in der Willi - Sitte - Galerie Merseburg ausgestellt hat. Hier erklärte er den interessierten Gästen die gezeigten Radierungen.

Peter Loose selbst erlernte den Beruf des Dekorationsmalers. 1971 wurde er Mitglied des Malzirkels  Buna – Schkopau, mit dem er  viel unterwegs war und dadurch schon viel gesehen und erlebt hatte. Seine erste Ausstellung hatte er dann 1979. Seit 2002 ist Peter Loose Mitglied im Malzirkel der Stiftung Moritzburg.

Die Wende tat seiner künstlerischen Arbeit keinen Abbruch. Im Gegenteil, kontinuierlich setzte Peter Loose  sein Wirken fort, was eine rege Ausstellungstätigkeit zur Folge hatte. Der Merseburger Künstler gehört den Merseburger Kunstverein e.V. an.

Im Halloren Galerie Café werden in Zusammenarbeit mit der Galerie KunstLandschaft Radierungen, Pastell- und Acrylmalereien des Künstlers Peter Loose präsentiert.

Die Vernissage im Halloren Galerie Café in der Delitzscher Straße 70 fand am 26. April 2016 statt. Gezeigt werden Landschaftsbilder zur Region und des Saale – Unstrut - Triasland unter dem Thema „Weinland an Saale und Unstrut“. 

 Und doch bist du so hold und schön, biet’st Freuden ohne Zahl

in deinen Gründen, auf den Höhn, du teueres Unstruttal!

 

Friedrich Gottlieb Klopstock

Galerist Robert Stephan und Museumsführerin Petra Schmidt begrüßten die anwesenden Gäste und stellten uns den Landschaftsmaler Peter Loose und seine Arbeiten vor.

Um jedoch überhaupt etwas sagen zu können, wurde ein lauter Pfiff abgegeben und die anregenden Gespräche vor der Eröffnung verebbten. Es stellte sich dann heraus, dass Peter Loose auch lautstark sein kein und nicht nur sanft wie seine Bilder, denn er hatte den Pfiff losgelassen.

Die gezeigten Werke sind Zeugen einer Reise durch das Weinland entlang von Saale und Unstrut. Seine Impressionen - seine Landschaftsmalerei – ist nicht als Tourismusmalerei zu verstehen, wie die Kunststudenten teilweise frötzeln. 

Diese Kunstrichtung der Landschaftsmalerei, die im 17. Jahrhundert in den Niederlanden und Italien geprägt worden ist, entstand in einer Zeit, wo sich  durch die Industrialisierung damals ein neues Verhältnis zwischen Mensch und Natur entwickelte.

Nicht nur in der Wissenschaft und sondern auch in der Kunst waren Fortschritte zu verzeichnen, obwohl die Kunst im Laufe der vergangenen Zeit zum Teil eine andere Bedeutung zugewiesen bekommen hat. Dazu gehört auch der Einsatz als Propagandamittel . 

Landschaftsmalerei ist eine ernsthafte Malerei und behält dabei immer im Auge, dass der Mensch sich mehr und mehr von der Natur entfernt, was eine Verwilderung der Sitten zur Folge hat. Dem kann ich nur bepflichten.

Peter Loose, der intuitiv den Zeitgeist erfasst, ist die Landschaftsmalerei wie eine Brücke zwischen Mensch und Natur. 

Der Galerist Robert Stephan beschrieb die Arbeiten von Peter Loose und gab uns Einblick in sein Leben und Schaffen.

Es wird vom Betrachter keine vordergründig intellektuelle Herausforderung erwartet. Peter Looses Arbeiten sollen nicht witzig oder politisch sein, so Robert Stephan.

Er ist ein bodenständiger Mensch. Ihm ist Harmonie wichtig. Und das möchte er mit seinen Malereien widerspiegeln. Peter Loose zeichnet Landschaften und auch solche, die von Menschen geprägt worden sind. 

Seine Landschaftsbilder sehen man frei. Das Auge kann sich ausruhen und entspannen, ohne durch eine gewisse Reizüberflutung chaotisch hin und her zu huschen. Man kann Wichtiges und Wesentliches erkennen. 

Bei den dargestellten von „Menschen geschaffenen Landschaften“ handelt es sich um gewachsene Ortschaften sozusagen mit Geschichte und Patina. 

Die Grundlagen der Pastellmalerei erlernte Peter Loose bei Professor Dieter Rex, der die Sektion Bildende und Angewandte Kunst an der Kunsthochschule in Halle leitete. 

Die Farb - Form - Kompositionen weisen eine Aussagefähigkeit auf, die auch vermitteln, dass Peter Loose gern auf Reisen geht und als Beobachter unterwegs ist. Man kann weiche Landschaften sehen, die durch bestimmtes Licht geprägt werden. So ist es möglich, eine andere Sinnlichkeit zu entdecken. 

Galerist Robert Stephan ließ am Ende die Frage offen, warum keine Menschen auf den Arbeiten von Peter Loose zu sehen sind. Man solle den Künstler einfach selbst fragen. Der Aufforderung bin ich gerne nachgekommen und die Antwort lautete: Menschen dürfen schon da sein, aber sie werden bei seiner Malerei nicht berücksichtigt. 

Um mehr Zeit zum Malen zu haben, verzichtet der Künstler bewusst auf Internet und Ähnliches, um sich nicht zu sehr von der Technik vereinnahmen zu lassen.

Diese Ausstellungen hier sind ein Zeichen dafür, dass die Hallorenfabrik und das Halloren Galerie Café mit Kunst umgehen kann und will, so das Fazit von Galerist Robert Stefanist an diesem Abend.    

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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Die Redakteure der meisten Medien sind nur kurz auf einer Veranstaltung, holen sich ein paar Infos, machen schnell Fotos und ab zur nächsten Veranstaltung. Wir vom Geiseltaler Veranstal-tungsmagazin werden in der Regel die gesamte Veranstaltung Vorort sein und  ausführlich mit Stimmungseinblicken der Gäste, in Wort und Bild, über die jeweilige Veranstaltung berichten. Dieses wird wesentlich näher und informeller als bisher umgesetzt!