Vortrag: Klösterliche Kräutergärten und Einornung in die Gartenkultur

Der Vortrag „Alles für die Beißerchen“ ist an diesem Tag leider ausgefallen. Ich, als Zahnarzthelferin, muss  natürlich sagen, dass ich das sehr schade fand.

Uta Liesich, ehemalige Gästeführerin in Bad Lauchstädt, überraschte die am „Beißerchenvortrag Interessierten“ mit dem Thema „Klösterliche Kräutergärten und Einordnung in die Gartenkultur“-

Der Ursprung der Klostergärten liegt bekanntlichermaßen im Mittelalter. Aus dieser Zeit gibt es schriftliche Quellen und bildliche Darstellungen.

Und die Gärten der Antike dienten als Vorlage für die Klostergärten, wo der Versorgungshof eine große Rolle spielte.

Bereits in einer Klosterschrift aus dem Jahr 500 beschreibt man, dass alles, was man für die Arbeit in einem solchen Garten benötigt, wozu auch das Wasser und die Gerätschaften zählen, sich im Innenbereich des Klostergartens zu befinden haben.  Man wollte damit eine irdische Ablenkung der Klosterbrüder vermeiden.

Die Landgüterverordnung, die  Karl der Große im Jahr 800 erließ, werden im 70. Kapitel 73 Nutzpflanzen und 16 Obstbäume benannt, die die Verwalter in den kaiserlichen Gütern anpflanzen mussten, so auch in der Pfalz Merseburg.

Das kleine Lehrgedicht, der Liber de cultura hortorum, wurde im Jahr 800 verfasst. Dort werden 24 Pflanzen beschrieben und wie man mit ihnen umgehen muss.

Im Kloster St. Gallen wird diese aufgeführte Pflanzenliste in der Pflanzenanlage weitestgehend umgesetzt.

So befinden sich der Gemüsegarten an der Küche, der Baumgarten am Friedhof und der Kräutergarten am Hospiz.

Kloster waren damals eine Wirtschaftsmacht, ein Ort, an dem  Wissen aufbewahrt wurde und man sich um Kranke kümmerte.

Aus dieser Zeit stammen handgeschriebene Kräuterbücher. Die Klöster tauschen untereinander Pflanzen oder Saatgut. Auch mediterrane Pflanzen wurden eingeführt.

Bekannte Namen wie Hildegard von Bingen und Albertus Magnus wurden während dieses Vortrages benannt.

Mit der Reformation verloren die Klöster ihre Bedeutung. Das Wissen um die Heilkräuter durfte jedoch nicht verloren gehen. Apotheker mussten jetzt diese Funktion übernehmen, da der Bedarf an heilenden Pflanzen da war.

Botanische Gärten entstanden im 15. Jahrhundert, zu Beginn 20. Jahrhunderts die Schrebergärten, dann die  Gartenstadtbewegung.

Die etwas in den Hintergrund getretene Pflanzenmedizin wurde wieder interessant, als es den ersten aufsehenerregenden Skandal durch chemisch hergestellte Medikamente gab. Contergan kennt mit Sicherheit jeder.

Die Wellnessbewegung der 80-iger Jahre und die „Gesundheitwelle“ der 90-iger Jahre führten dazu, dass man begann, Klostergärten wieder neu anzulegen und zu  gestalten.

Eine Auflistung wiederbelebter Klostergärten und Apothekergärten, die als Lehrgärten für angehende Apotheker dienen bekamen wir am Ende noch mit auf den Weg.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

Anzeige

Anzeigen

Die Redakteure der meisten Medien sind nur kurz auf einer Veranstaltung, holen sich ein paar Infos, machen schnell Fotos und ab zur nächsten Veranstaltung. Wir vom Geiseltaler Veranstal-tungsmagazin werden in der Regel die gesamte Veranstaltung Vorort sein und  ausführlich mit Stimmungseinblicken der Gäste, in Wort und Bild, über die jeweilige Veranstaltung berichten. Dieses wird wesentlich näher und informeller als bisher umgesetzt!