H. - C. Rackwitz „Exkursionen mit der Linie“ Malerei und Grafik  in der Domgalerie

Am Abend des 12. April eröffnete Herr Leidel die neue Ausstellung in seinem Kunsthaus.

Der 1956 geborene Künstler Hans - Christoph Rackwitz studierte an der Hochschule für Industrielle Formgestaltung Halle - Burg Giebichenstein. Inzwischen lebt er in Zörnitz im Saalekreis. In seinem dortigen Atelier entstehen seine Malereien und Grafiken.

Der seit 1982 selbstständige Maler, Zeichner und Radierer gehört zu den international geschätzten Künstlern, der hier bereits 2004 seine erste Ausstellung, damals noch in den Räumen der Alten Apotheke, hatte.

Menschen findet man auf seinen Arbeiten vergebens. Er ist eher fasziniert von Natur, Landschaften und Architektur. Seine zeitlosen aber anspruchsvollen Werke bestechen durch seine Filigranität.

Mir gegenüber sagte Hans - Christoph Rackwitz aber auch, dass manche seiner Arbeiten dunkel und nicht gerade freundlich sind, letztendlich seien sie aber ein Abbild der Realität. Neben alten Werkanlagen und Maschinenhallen werden Dorfkirchen, Grabanlagen oder Teile von profanen oder sakralen Gebäude zum Motiv gemacht.

Einerseits eröffnet er uns damit die Vergänglichkeit aber auch die Schönheit dieser Dinge. Seine detailgetreuen Arbeiten brachten jeden Betrachter zum Staunen.

Für diese Ausstellung hat Hans - Christoph Rackwitz auch Wahrzeichen der Domstadt Merseburg einfangen. Neben der Sixti – Ruine findet man auch eine Malerei vom Domplatz mit dem Naturdenkmal „Zwei Platanen“.

Kurz vor Ostern war der Maler hier angereist, um diese beiden stattlichen Bäume einzufangen. Am Fuße dieser Bäume befindet sich der älteste Brunnen der Stadt, der Brunnen auf dem Domplatz. Die 1933 schmiedeeiserne aufgesetzte Krone des Brunnens ist einfach ein Blickfang.

Den Livebericht dazu finden Sie hier.

Herr Leidel beendete seine Rede mit folgenden Worten: Auch wenn Hans - Christoph Rackwitz nicht gerne über sich redet, aber über seine Kunst macht er es auch unheimlich gern. Dabei Blühte er richtig auf.

Hier vor Ort demonstrierte er uns einen zweifarbigen Druck. Zuvor beschrieb er uns sehr genau, wie eine solche Druckplatte entsteht. Diese durch Ätztechnik entstandene Platte kann dann 80 bis 100 Mal verwendet werden.

Dieser aufwendige Prozess der Bearbeitung der Zinkplatten vom Entwurf, dem Übertragen dessen auf die mit Asphalt beschichteten Platte, dem Kratzen, Ätzen mit Salpetersäure bis zum fertigen Druck kann je nach Größe der Druckplatte 2 Wochen, bei größeren ca. einen Monat dauern.

Mit dem Kittel bewaffnet und aufgetragenem Hautschutz legte Hans - Christoph Rackwitz dann hier auch los. Mehr Bilder dazu finden Sie hier.

Während er mit Filzballen zwei Farben verteilte, bekamen wir eine kleine Einführung in die Kaltnadelradierung, Lithografie oder auch Aquatina - Technik.

Nach dem Druck stand Hans - Christoph Rackwitz den hier Anwesenden für weitere Fragen zu Verfügung. Er lies sich sogar zu einem zweiten Druck mit der gleichen Platte überrede, was er bisher auch noch nie gemacht hat.

Am Ende war es für Herrn Leidel noch ein Muss, die Anwesenden zum Kauf der tollen Bilder zu animieren mit dem Satz: Denn die Punkte dürfen geklebt werden.

Auch an diesem Abend musste keiner auf den gewohnten Zwiebel- und Speckkuchen verzichten.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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