Die Erlebnisführung auf dem Campus der Hochschule Merseburg

Ich nutzte am 16. April 2016 das Angebot, wieder an einer thematischen Stadtführung am Campus teilzunehmen. Dieser Rundgang ist ein gemeinsames Projekt der Hochschule in Zusammenarbeit mit der Stadt Merseburg.

Mit der Stadtführerin Dr. Ingrid Hammerl und Denise Hörnicke vom Alumnibüro der Hochschule Merseburg gewannen wir bei diesem Rundgang einen kleinen Einblick in die studentische Arbeit.

Heute, am Hochschulinformationstag, konnte man sich ohnehin sehr umfangreich über Studien- und Weiterbildungsangebote der Hochschule Merseburg hier direkt vor Ort informieren. Ich selbst packte schon vor Beginn der Führung die Gelegenheit beim Schopf, in die Werkstätten und Labore einen Blick zu werfen.

Neben einem geplanten Abstecher in die Bibliothek führte uns unser Weg an diesem Tag  auch ins Medienlabor. Dort setzen wir uns im  mit der Frage auseinander: Was ist das Eye - Tracking - Verfahren und wie wird es genutzt? 

Ich konnte mir, da ich mir keine großen Gedanken gemacht hatte, nicht wirklich etwas darunter vorstellen.

Prof. Dr. phil. Michael Meng, im Bereich Angewandte Sprachwissenschaft und Technisches Deutsch tätig, empfing uns Interessierte außerordentlich erfreut, da auch Studentenanwärter den Weg in sein Labor gefunden hatten. Er nahm uns mit auf einen kleinen Exkurs durch das Verhalten der Nutzer auf Internetseiten.

Das so genannte Eye - Tracking - Verfahren verrät etwas darüber, wie sich die Augen der Testpersonen verhalten, wenn man bestimmte Medien zum Beispiel Texte oder Videos für sich erfassen möchte.

Mittels geeigneter Messtechniken und – methoden wird untersucht, wie der Nutzer unter anderem eine Webesite auf den ersten Blick erfasst oder unter einer bestimmten Aufgabenstellung.

Lukas Koch, wissenschaftlicher Mitarbeiter, stand hier als Proband zur Verfügung. Ziel solcher Untersuchungen ist es, die Textverständlichkeit und Textoptimierung sowie die sprachliche Gestaltung lerneffektiver Texte zu erreichen.

Wenn ein Internet - Nutzer entscheidet, ob die Seite für ihn brauchbar ist oder nicht, geschieht dies in nur wenigen Sekunden, entweder es gefällt  dem Nutzer oder eben nicht. Der erste Eindruck entsteht innerhalb von 5 Sekunden.

Hier sollen die Studenten lernen, professionell spezielle Elemente zum Einsatz zu bringen, um die Wirkung einer Website zu verbessern, indem man Probleme erkennt und Änderungen vornimmt.

Prof. Dr. phil. Michael Meng erklärte an einem Beispiel, wie das Eye - Tracking - Verfahren funktioniert. Mittels geeigneter Hilfsmittel, in diesem Fall einer speziellen Brille, wurde das Auge gefilmt, nachdem eine Kalibrierung vor dem Test vorgenommen wurde. 

Wenn die Daten  dann vorliegen, kann eine qualitative und quantitative Auswertung der Ergebnisse vorgenommen werden. Unter anderem erkennt man zum Beispiel bei einer Website relevante Bereiche.

Durch ein geeignetes Forschungsprojekt war man in der Lage, die Gestaltung des Landesportals Sachsen - Anhalt, welches man unter www.sachsen-anhalt.de
findet, zu optimieren. Die für mich persönlich am Anfang sehr „unruhige“ Seite konnte nun in ein sehr überschaubares und ansprechendes Format gepackt werden. 

Schon zwischendurch, aber auch im Anschluss, beantwortete Prof. Dr. Michael Meng weitere Fragen. Schnell geklärt werden konnte,  ob in diesem Studiengang mehr weibliche oder männliche Studenten anzutreffen sind. Oder welche Probleme treten bei Untersuchungen auf oder wie sieht es aus, wenn man  nur auf einem Auge sieht?

Ich wäre ja gerne noch geblieben, Fragen hätte ich mit Sicherheit noch jede Menge gehabt, aber die Teilnehmer dieser Führung wollten noch in die Bücherei.  

Dort erfuhren wir, dass es nicht nur zwei Etagen gibt, die man hier offensichtlich sehen kann, sondern drei. In der darunter liegenden Etage befindet sich die Dreh - Schiebe - Anlage, die ich selber nur aus dem Fernsehen kenne.

Die Entspannungs- und Kommunikationsebene konnte ich bereits bei meiner letzten Führung auf dem Campus kennen lernen. Heute probierte ich die kuscheligen roten Sitzmöbel auch gerne einmal aus.

Den Bericht zur letzten Campusführung finden Sie hier.

Neben diesem Areal gibt es auch noch einen ruhigen Arbeitsraum, einen Gruppenarbeitsraum und einen Medienraum.

Die Studenten haben die Möglichkeit, da heutzutage ohne Computer fast nichts mehr geht, den eigenen Laptop oder die hier vorhandenen PCs zu nutzen.

Ausleihen kann man von Tages- bis Fachzeitschriften oder -büchern auch eBooks oder ähnliches. Manches jedoch wird nicht ausgeliehen und darf nur hier in der Bibliothek genutzt werden. 

Voraussichtlich soll die nächste Campusführung am 12. November 2016 um 13 Uhr stattfinden. Man darf gespannt sein, für welches Thema man sich im Herbst entscheidet.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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