Deutsches Chemie – Museum Merseburg schließt für diese Jahr die Pforten

Buna, Leuna, Lützkendorf – wer kennt sie nicht, diese großen Chemistandorte aus der DDR – Zeit. Nach der Wende verschwaden diese großen Betriebe nach und nach. Nichts erinnert an einigen Standorten mehr daran, wie es früher dort aussah.

Alles wurde irgendwie abgewickelt, umstrukturiert, neu ausgerichtet … was blieb, waren alte Maschinenhallen, Maschinenteile oder Anlagen.

Um noch Einiges vor der Verschrottung zu bewahren, fanden sich bereits 1993 engagierte Menschen, die Anlagen und Apparaturen der chemischen Industrie des 20. Jahrhunderts sammelten. In diesem Jahr wurde auch der  gemeinnützige Förderverein "Sachzeugen der chemischen Industrie e.V." gegründet. 

Es entstand ein zwei Hektar großer Technikpark hier in Merseburg, der seinesgleichen sucht. Mit Fug und Recht kann man heute sagen, dass es sich um das einzige Museum dieser Art in Europa handelt.

Auf diesem Gelände werden verschiedene Schülerprojekte angeboten, die von unterschiedlichen Klassenstufen gerne angenommen werden. Die Projekte „Chemie zum Anfassen“ und „Technik begreifen“ werden gemeinsam mit der Hochschule Merseburg umgesetzt.

Aber nicht nur für Schüler, sondern auch für Studenten, Familien und interessierte Besucher gibt es Angebote. Rundgänge hier auf dem Gelände verschaffen einem einen Ein- und Überblick, während man auf den Entdeckungsfeldern interaktiv tätig werden kann.

Mehr dazu kann man auf der Homepage des Deutschen Chemie – Museums Merseburg hier lesen.

Ich selbst kenne diese Gelände noch zu Beginn der 90-iger Jahre. In unmittelbarer Nähe befand sich das „Blaue Wunder“, ein Gebäudekomplex, der jedem Merseburger ein Begriff war.

Daher musste ich nicht lange überlegen, die Einladung am 2. September 2016 von Herrn Dr. habil. Rudolf Kind anzunehmen, der, wie ich, an der gleichen Seminarreihe "DIE ZUKUNFT AM GEISELTALSEE IN ANALYSEN UND VISIONEN" an der Hochschule in Merseburg teilnahm. 

Er sagte uns, wer Lust und Interesse hat, kann heute noch dem Chemiemuseum einen Besuch abstatten. Es ist der letzte Tag in diesem Jahr und in der Dunkelheit ist das Museum auch sehr schön durch die Beleuchtung anzuschauen. 

Gesagt – getan. Von der Hochschule aus ist das Gelände ja leicht zu finden. Wir wurden dort gleich sehr freundlich begrüßt und bekamen unsere Führung durch das Gebäude, in der die Ammoniaksynthese - Kammer ausgestellt ist. 

Nach einem längeren Gespräch hatten wir zu später Stunde auch noch Möglichkeit, den Bereich zu erkunden, wo auch Schulprojekte zum Thema Katalysator stattfinden.

In der Dunkelheit gingen wir vorbei an den verschiedensten technischen Apparaturen, die im Freien standen. Auch eine alte Dampflok. Die kannte ich noch aus meiner Kinderzeit, denn mein Vater selbst fuhr im Mineralölwerk Lützkendorf selbst so eine. Natürlich durften wir Kinder damal das eine oder andere Mal mitfahren.

An dem Gebäude angekommen, stand davor ein Trabant in der Dunkelheit. Im Inneren der Halle erhielten wir Einblick in die Prüfstrecke von damals, als man noch Devisen für das hergestellte Benzin erhielt.

Ein sehr interessantes Projekt. Ja ich gebe zu, die eine oder andere Erinnerung ist wach geworden, denn während meines eigenen PA – Unterrichts (Produktive Arbeit) konnten wir als Schüler die unterschiedliche Anlagen in den Betrieben selbst in Augenschein nehmen. 

Ich kann einen Besuch einfach nur empfehlen. Nur Führungen sind kostenpflichtig. Nähere Informationen zu Preisen und Öffnungszeiten finden Sie hier.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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Die Redakteure der meisten Medien sind nur kurz auf einer Veranstaltung, holen sich ein paar Infos, machen schnell Fotos und ab zur nächsten Veranstaltung. Wir vom Geiseltaler Veranstal-tungsmagazin werden in der Regel die gesamte Veranstaltung Vorort sein und  ausführlich mit Stimmungseinblicken der Gäste, in Wort und Bild, über die jeweilige Veranstaltung berichten. Dieses wird wesentlich näher und informeller als bisher umgesetzt!