Vortrag "Zukunftspflanze Hanf? - Der vergessene Rohstoff"

Dieser Vortrag wurde von Herrn Brückner gehalten beim ersten Kräutertag im Petrikloster. Debatten um die Legalisierung von Cannabis werden auch in Deutschland in der Öffentlichkeit immer lauter.

Einen Bezug zum Merseburger Petrikloster herzustellen, war relativ einfach. Schon Karl der Große sah in Hanf etwas ganz besonderes! Das Kapitel 62 im „Capitulare de villis“ ist nämlich canava (Hanf) gewidmet.

Schon zu Zeiten des Karlsgartens erkannte man seine vielfältige Wirkung. Hanf wirkt auf Muskeln, Bronchien, bei Epilepsie und Schlafstörungen, aber auch appetitanregend, entzündungshemmend, antibiotisch, fiebersenkend, blutungsstillend und blutdrucksenkend.

In einer kurzen Abhandlung wurde uns der Hanf vorgestellt, etwas zur Geschichte erzählt und die Nutzung bzw. Bedeutung als Material erläutert.

Hanf, eine sehr anpassungsfähige Pflanze und hätte an der Saale ideale Bedingungen. Wir lassen das jetzt einmal so im Raum stehen.

Hanf oder auch Cannabis ist den meisten ais Rauschmittel bekannt. Das Potential von medizinischem Cannabis darf jedoch nicht unterschätzt werden, da es vielfältig eingesetzt werden kann, bei Schmertherapien oder Angstzuständen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Zwischenzeitlich züchtet man Hanf mit 0,2% THC - Gehalt und weniger, welcher dabei zum Einsatz kommt. Zwischenzeitlich gibt es 42 Sorten davon.

Der Wirkstoff THC - Tetrahydrocannabinol - kann auch gesungen werden, sagte uns Herrn Brückner, sozusagen ein Loblied auf den Hanf! Was heißt hier, kann gesungen werden? Immer mal wieder stimmte er seine Melodie an zur Belustigung der Zuhörer.

Historisch gesehen, wurde Hanf als Grundlage für Papier verdrängt, obwohl die Vorteile für die Verwendung von Hanf sprechen. Seit 1883 wird bekanntlich Holz zur Papierhergestellung verwendet.

Der Einsatz in der Papierindustrie würde für sich sprechen. Jährlich werden 236kg Papier pro Kopf im Jahr hergestellt. Seitdem wird Raubbau an der Natur betrieben.

Die Gutenbergbibel aber besteht aus Hanf. Unser heutiges Papier ist im Gegensatz dazu sehr feuchtigkeitsanfällig, was Lochfraß zur Folge hat. Auch wir hatten heute die Möglichkeit, Hanfpapier anzufassen. Das Buch „Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze HANF“ wurde herum gereicht – die Bibel für Ökobauern und Hanfaktivisten sozusagen!

Verboten wurde Hanf 1911/12 bei der  1. Opiumkonferenz in Den Haag. Man darf gespannt sein, wie es weiter geht mit diesem Thema!

Am meisten waren die Zuhörer überrascht, welche vielfältigen Einsatz- und Verwendungsmöglichkeiten Hanf hat.

Das Petrikloster setzt auf die dämmende Wirkung. Die Verwendung dieses Dämm - Materials kann gefördert werden. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

In der Landwirtschaft wird Hanf als Einstreu oder Futter verwendet. In der chemischen Industrie stellt man Hanföl her. Es entstehen biologisch abbaubare Tenside und Pflanzenölfarben.

Die Innenverkleidung bei Mercedes besteht zum Beispiel aus Hanffasern.

Als Lebensmittel findet Hanf ebenfalls Verwendung. Hanfbrot zum Kosten mit nussigem Geschmack, welches aus einer Hanfmehlmischung hergestellt worden ist, wurde zum Probieren herum gereicht. Hanftee und -bier gibt es auch. Letzteres gönnte sich Herrn Brückner nach seinem interessanten Vortrag, der heute ein passendes Outfit gewählt hatte. Seine Kleidung bestand vorwiegend aus dem Material Hanf.

Bei Hanf vs. Baumwolle hat er die Nase vorn. Baumwolle dagegen ist mit Pestiziden und Insektiziden belastet, Vom Wasserverbrauch bei der Herstellung gar nicht zu reden.

Ca. 50.000 Produkte können aus Hanf hergestellt werden. Das sind eindeutige Zukunftsaussichten für Cannabis. Zum Abschluss wurde gesagt, dass das Hanfverbot den Fortschritt verhindert hat. Und hierbei geht es nun wirklich nicht um die berauschende Wirkung von Cannabis!

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Förderkreis Klosterbauhütte Merseburg e.V., Kathleen Brehme

Anzeige

Anzeigen

Die Redakteure der meisten Medien sind nur kurz auf einer Veranstaltung, holen sich ein paar Infos, machen schnell Fotos und ab zur nächsten Veranstaltung. Wir vom Geiseltaler Veranstal-tungsmagazin werden in der Regel die gesamte Veranstaltung Vorort sein und  ausführlich mit Stimmungseinblicken der Gäste, in Wort und Bild, über die jeweilige Veranstaltung berichten. Dieses wird wesentlich näher und informeller als bisher umgesetzt!