Vernissage "Retrospektive" von Erika Zuchold  in der cCe Kunst - Galerie Leuna

Am 5. Februar eröffnete in der Galerie im cCe Kulturhaus Leuna eine neue Ausstellung, die erste im Jahr 2015.  Erika Zuchold, weltbekannt durch ihre sportliche Kariere als Turnerin, überzeugt hier mit ihrer künstlerischen Kreativität.

Als „Beweis“ für ihre langjährige sportliche Laufbahn hatte Erika Zuchold zahlreiche Medaillen mitgebracht. Darunter waren auch die Silber- und Bronzemedaillen von den Olympischen Spielen und Medaillen von Welt- und Europameisterschaften.

Weltbekannt wurde sie durch den Flickflack auf dem Schwebebalken, den sie als erste Turnerin vorführte. Aber auch Filmmaterial, sozusagen als Zeitzeugen, wurde gezeigt. Sportliche Höhepunkte, „Medizin nach Noten“ oder „Ein Kessel Buntes“ gehörte dazu, wie ihre künstlerischen Aktivitäten.

Während sie den sportlichen Ehrgeiz in die Wiege gelegt bekam, entdeckte Erika Zuchold ihre künstlerischen Ambitionen erst viel später, wobei sich ihre sportliche Disziplin und Streben nach Perfektion als hilfreich erwiesen.


Nach ihrer sportlichen Karriere absolvierte sie Mitte der 70 –iger Jahre ein Lehrerstudium in den Fächern Sport und Musik. Die Möglichkeit, die ihr geboten wurde, nutzte sie mit eben dem Ehrgeiz, den sie bereits während ihrer sportlichen Karriere bewies.

Das Studium der Malerei und Grafik, Stepptanz, Literatur, Gesang, aber auch Gitarre und Klavier stand nun auf dem Lehrplan des Lebens. Die damals eingeschlagene Karriere u.a. als Entertainerin endete jäh 1989.

Es umgab sie damals wohl ein ebenso großes Loch, wie es auch vielen anderen in dieser Zeit erging. Im Nachhinein muss man sagen, dass sie alles richtig gemacht hat. „Was uns nicht umbringt, macht uns stärker!“ – genau das lebt sie, auch heute noch. Aus eben dieser Krise, sosagt Erika Zuchold, ist sie gestärkt hervorgegangen.


Malerei und Bildhauerei wurden in diesem Lebensabschnitt ihre neue Herausforderung. In ihren Bildern setzt sie verschiedene Techniken ein. Und thematisch verarbeitet sie eine breite Palette.

Neben Landschaft und Natur spielt die Umsetzung sportlicher Motive immer eine große Rolle. Ihre Gemälde zeichnen sich durch viel Dynamik und Spannung aus, aber damit kennt sie sich als Turnerin ja bestens aus!


In der Galerie in Leuna ist es ihre zweite Ausstellung. Nach eigenen Angaben soll es die Letzte sein. Ich denke, für Menschen, die sie persönlich kennen, ist es kaum vorstellbar. Dieses kleine Energiebündel mit so viel Charme wird einfach gar nicht anders können. Oder wie man zur Vernissage so schön sagte: Kleine Ausstellungen dürfen schon noch drin sein! Oder?

Und die 1947 geborene Künstlerin, man glaubt es nicht, wenn man sie hier so durch die Räumlichkeiten wuseln sieht, hat mit Sicherheit noch viel zu geben.

Natürlich muss sie nicht immer perfekt sein, auch wenn Erika Zuchold vielleicht nicht anders kann, aber ihre Vielfältigkeit und ihr dynamisches Wesen wird sie nie ablegen können, dafür sind die an sich selbst gestellten Anforderungen sehr hoch.


Obwohl sich die 68-Jährige keine Schwäche erlauben will, für sie ist das ein absolutes „No - Go“, ist alles erlaubt und menschlich, wenn auch nicht einfach, es dann zuzulassen.

Selbst wenn ihr Geist noch völlig fit ist, spielt ihr jetzt der Körper das eine oder andere Mal schon einen Streich und zeigt die Grenzen auf. Ruhe zu finden und sie sich zu nehmen, wird ihre nächste große Aufgabe sein.


Aber davon können einige Gäste ebenfalls ein Lied singen. Unter den Gästen dieser Vernissage waren unter Anderem sportliche Größen wie die 86-jährige Hallenserin Johanna Quaas, älteste Turnerin der Welt, als Überraschungsgast oder auch Waldemar Cierpinski.

Ein Dankeschön an die InfraLeuna GmbH vertreten durch Martin K. Halliger und den Förderverein Kulturhaus Leuna e. V. vertreten durch Werner Popp, der auch die Eröffnungsrede hielt, und die Galerieleiterin Anne Wiederhold waren der Künstlerin ein inniges Bedürfnis.

Liebevoll bedankte sich Erika Zuchold den Menschen, die sie auf ihrem Weg bis heute begleitet haben, ob Lehrer, Vorbilder oder Freunde. Das eine oder andere Geheimnis wurde offenbart, gar vom Schummeln bei Hausaufgaben im Kunstunterricht war zu hören. Das machte mir Frau Erika Zuchold noch sympathischer.

Am Samstag den 14. Februar 2015 von 13:00 - 17:00 Uhr hat man zusätzlich die Möglichkeit, diese Ausstellung zu besichtigen, durch die Erika Zuchold höchst persönlich führen wird. Also, wenn Sie Lust haben …


Ansonsten ist die Ausstellung „Erika Zuchold – Retrospektive. …“ noch bis zum 20. März 2015 in Leuna zu sehen.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme


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