„Wie wird mich nach der Sunnen frieren, Venedig - Traum und Wirklichkeit“

Am 18. Februar luden die Stadtbibliothek „Walter Bauer“ Merseburg und der Freundeskreis Literatur e. V. zu einem literarisch - musikalisches Programm ein. Bereits am Eingang konnte man entnehmen, dass diese Veranstaltung sehr gut besucht war. „Ausverkauft“ war zu lesen, wobei der Schein trügt. Diese Veranstaltung war natürlich kostenlos. Nur wer sich rechtzeitig eine Eintrittskarte in der Bücherei gesichert hatte, konnte diesen Nachmittag hier genießen.

Antje und Martin Schneider aus Berlin luden uns auf eine Reise nach Venedig ein:

 

„Wie wird mich nach der Sunnen frieren

Venedig - Traum und Wirklichkeit“.

 

Hierbei  wurden die beiden musikalisch von Gabriele Müller am Klavier begleitet .

Wir machten nicht nur eine Zeitreise von Besiedelung   und bis hin zur Entstehung Venedigs im Jahr 452, sondern auch eine Führung, bei der wichtige Sehenswürdigkeiten nicht fehlen durften.

Von Völkerwanderung, Handelsstraßen mit wichtigen Waren und Luxusgütern war die Rede, aber auch von Venedig als Metropole mit diplomatischen Beziehungen, zwischen den Weltmächten - mit Aufstieg, Niedergang und Besatzung.

Glasherstellung (u.a. Murano), Industrialisierung, Tourismus, Erster und Zweiter Weltkrieg, Vernichtung der jüdischen Gemeinde  - kein Thema wurde ausgelassen.

Man erhält ein phantastisches Bild dieser Stadt mit all seinen Farben, Düften und Klängen. Man kann den Fisch, die Blumen, das Obst, die Gewürze oder das Holz förmlich riechen.

Auf dieser Reise begegneten wir vielen historischen Größen aus Kunst und Kultur. Wissenschaftler, Künstler, Dichter, Maler, Musiker, Komponisten suchten immer wieder die Stadt Venedig als einen Ort zum Studieren, Lernen oder Inspirieren auf. Wer kennt nicht die großen Namen von Albrecht Dürrer, Tizian, Joseph Victor von Scheffel, Georg Friedrich Händel, Vivaldi, Johann Wolfgang von Goethe - um nur einige zu nennen?

Architektonische Meisterleistungen von Kirchen, Klöstern bis zu Profanbauten mit den prunkvollen Palästen und Wohnhäusern mit vergoldeter Inneneinrichtung und reichlich Marmor machen Venedig zu dem, was es ist, neben seinen Wasserstraßen natürlich. Venedig ist eine eindrucksvolle Stadt und gleicht keiner anderen. Ob sie an Glanz verloren hat, muss jeder für sich herausfinden.

Musik, Oper und Theater dienen bei der historischen Exkursion durch Venedig nicht nur als blumige Ausmalung, sondern verschiedenste Musikstücke von Mendelssohn Bartholdy, Liszt, Wagner, Strauss, Stravinski und anderen wurden zum Besten gegeben. Dafür sorgte Gabriele Müller am Klavier.

Aber auch der Karneval mit der typisch Venezianischen Kostümierung und anderen "verabscheuungswürdigen" Kostümen von bandagierten Kranken oder mumienähnlichen Gestalten lesen uns Antje und Martin Schneider vor. Andere Feste und ihre Entstehung werden angerissen.

Während dieses Nachmittags wurde dem Zuhörer das eine oder andere Schmunzeln entlockt, bei den Aussagen des einen oder anderen Zeitgeistes, die hier zum Besten gegeben werden. Wahrheit oder Anekdote - wer weiß das schon so genau? Aber 30.600 aufsteigende Tauben müssen nicht nur ein Schauspiel sein ...

Besonders belustigt fand ich persönlich die Lobpreisungen der Stadt Venedig und deren Stille. Goethe hingegen fand die nächtlichen Aktivitäten der Gondolieri nicht gerade sehr spaßig. Heute würde das wohl als nächtliche Ruhestörung durchgehen. Eine leise Stadt kann also durchaus auch laut sein!

Aber der Mensch ist ja bekanntlich ein Gewohnheitstier. Die Veranstaltungen hier in der Stadtbibliothek „Walter Bauer“ dauern in der Regel nur bis 15 Uhr. Heute wurde kräftig überzogen! Ab kurz nach 15 Uhr wurde der eine oder ander schon unruhig oder musste gar gehen, um noch den Bus zu erreichen. Trotzdem war es durchweg wieder eine gelungene Veranstaltung mit sehr viel Wissenswertem. Na- türlich hat sich die Mehrzahl der heutigen Besucher gleich einen Platz für die nächste Buchlesung am 11. März gesichert.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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Die Redakteure der meisten Medien sind nur kurz auf einer Veranstaltung, holen sich ein paar Infos, machen schnell Fotos und ab zur nächsten Veranstaltung. Wir vom Geiseltaler Veranstal-tungsmagazin werden in der Regel die gesamte Veranstaltung Vorort sein und  ausführlich mit Stimmungseinblicken der Gäste, in Wort und Bild, über die jeweilige Veranstaltung berichten. Dieses wird wesentlich näher und informeller als bisher umgesetzt!