Themenführung: Die Kurfürstin und Prinz Christian geben sich die Ehre …

Kurfürstin Christiane und Prinz Christian luden am 27. Juni zu einem Spaziergang ein. Gemeinsam wollten sie interessierte „Untertanen“ an Orte und Plätze der ehemaligen Herzogsresidenz in Merseburg einladen.

Aber das Wetter wollte an diesem Tag wohl nicht so richtig mitspielen? Würde diese Führung wahrlich ins Wasser fallen? 

Am Schlossgartensalon fand sich dann doch noch eine illustere Runde zusammen, die dem Regen trotzten. Nichts desto trotz hätte es auch einen Plan B gegeben, die Hofstube, um uns von der Lebensart und der Kultur am Merseburger Fürstenhof zu erzählen, auch wenn man die zahlreichen Relikte dabei vielleicht etwas zu kurz gekommen wären.

Bevor es losging, machte uns die Kurfürstin erst einmal mit der Herzogzeit im 17. und 18. Jahrhundert bekannt. Auch ihr Sohn Prinz Christian konnte den einen oder anderen Beitrag dazu leisten, um den Zuhörern die Lebensart, die Kultur und das Wirken in der damaligen Zeit näher zu bringen.

Auf unserem Rundgang wurden wir auf die vielseitigen „Zeitzeugen“ aufmerksam gemacht, die am, im und um den Schlossgarten herum zu sehen sind und das Leben in dieser Zeit  widerspiegeln.

Am Ende unseres Rundganges wollten uns die hohen Gäste noch in das Museum des Merseburger Schlosses entführen. Dort konnte man auch die Sonderausstellung zum 400. Geburtstag Herzog Christian I. und die zusammengetragenen erlesenen Kostbarkeiten in Augenschein nehmen. Aber jetzt von vorn.

Um 1650, der Zeit nach dem 30-jährigen Krieg, herrschte überall Zerstörung, die Pest wütete. Zucht und Ordnung gab es hier nicht mehr.

Aus Italien und Frankreich schwappte sozusagen eine neue Lebensart – der Barock. Schlösser mit großem Sälen waren angesagt. Da durfte man hier in Nichts nachstehen.

Der Merseburger Schlossgartensalon, das Lusthaus, war mit einem Ballsaal und einem Theater ausgestattet. Rechts und links neben dem Gebäude befanden sich jeweils eine Orangerie.

Nach dem Umbau des Schlossgartens im Jahr 2006 wurde die linke Orangerie nicht wieder aufgebaut. Aber man kann durchaus erahnen, wie es damals hier ausgesehen haben muss.

Vom „Geigenherzog“ Moritz Wilhelm von Sachsen - Merseburg mit seiner 4,5m langen Bassgeige und dem Baumeister Johann Michael Hoppenhaupt, dem Klosterweinberg und dem Waisenhaus am Weinberg (jetzt Kinderpsychiatrie) war zu hören. Hier findet man noch immer das Wappen der Herzogin Christiane.

Vom „Geigenherzog“ Moritz Wilhelm von Sachsen - Merseburg mit seiner 4,5m langen Bassgeige und dem Baumeister Johann Michael Hoppenhaupt, dem Klosterweinberg und dem Waisenhaus am Weinberg (jetzt Kinderpsychiatrie) war zu hören. Hier findet man noch immer das Wappen der Herzogin Christiane.

Das Besoldungsbuch des Jägerhofes, heute der Bereich des Ständehauses, und einige Fakten daraus wurden uns vermittelt.

Die beiden Obeliskenpaare sind mit Initialen versehen und sollen an Christian und Christiane bzw. Christian und Erdmuthe Dorothea erinnern.

Auf dem Weg zum Schloss kamen wir am „Dicken Heinrich“ vorbei, in dem sich zu eben dieser Zeit ein Laboratorium befunden hat. Dort sollten edle Stoffe aus unedlen Stoffen herstellen werden. Das war wohl nicht so von Erfolg gekrönt. Daher versuchte man es später mit einem Lebenselixier, was wohl auch nicht geklappt hat. Um dem „Zirkus“ ein Ende zu bereiten, bekam dieser Turm eine ganz schlichte Aufgabe – er wurde eine Teestube.

Die Polizeiordnung von Kurfürst Christian fand Erwähnung, der es als notwendig erachtete, das Alltags- und Feiertagsleben zu regulieren.

Irgendwann war diese Burg in Merseburg nicht mehr repräsentativ genug und musste Um- und Erweiterungsbauten über sich ergehen lassen.

Ein kleiner Abstecher zum Dom durch das Löwentor führte uns anschließend in den Schlosshof mit seinen zahlreichen  Wappen und Vorhangbogenfenstern. Auch damals verstand man es schon,  Mehrkosten für Umbau, in diesem Falle 24.000 Geldstücke, auf das gemeine Fußvolk umzulegen  –-wie heute.

Im Museum nahmen wir das gute Tafelgeschirr in Augenschein. Das ermöglichte nur einen kleinen Einblick in die prunkvolle Zeit mit edlem Porzellan oder  Silbergeschirr. Damals war die Giftprobe auch noch in Mode.

Die Malereien an der Decke waren 400 Jahre alt, für welche ausgeflötztes Holz verwendet worden ist.

Vorbei an Totenbildern und dem Münzschrank begaben wir uns dann wieder in den unteren Bereich des Schlosses, wo die Sonderausstellung „Der dritte Prinz“ zum 400. Geburtstag zu besichtigen ist.

Ein großes Dankeschön an die Herzogin und den Prinz Christian, die trotz des Regens diese Führung mit uns gemacht haben.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Jürgen Krohn, Kathleen Brehme

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