„Tag des offenen Denkmals“ im Petrikloster

Und nach einer langen Irischen Nacht schließt sich dann unmittelbar am Sonntag, dem 13. September, von 10 bis 18 Uhr, der „Tag des offenen Denkmals“ an. Der Tag stand deutschlandweit unter dem Motto "Handwerk, Technik, Industrie".

Hier im Petrikloster war dieser Denkmaltag ganz auf Familien und Kinder ausgerichtet. Auf interessante Weise werden Einblicke in alte Handwerke gewährt. Für Groß und Klein gab es vieles zum Ausprobieren und Mitmachen. Jeder, wie er eben gern mag. Und man konnte wirklich sagen, es war wieder viel los im Petrikloster.

Das etwas betagte Gemäuer wirkte an diesem sonnigen Tag schon aus der Ferne viel versprechend und einladend.

Im Workshop zum Thema „Papier“, was mit einem sehr alten Handwerk verbunden ist, erfuhren wir, dass natürlich die alten Chinesen mit Hanf, einer der ältesten Kulturpflanzen, dabei die Nase vorn hatten. Zuvor erkannten schon die Ägypter, dass man auf Papyrus schreiben kann, wenn man diese Pflanzenfasern entsprechend bearbeitet hat.

Erst im 14. Jahrhundert entwickelte sich in Deutschland dieses Handwerk. Nachdem die entsprechende Technik entwickelt worden ist, gab es Möglichkeiten, die Herstellung zu vereinfachen. Auch Büttenpapier mit Wasserzeichen konnte hergestellt werden.

Mit zunehmender Technologisierung gelang es, noch viel mehr und schneller Papier herzustellen. Die damit verbundene Rohstoffknappheit führte zu Schmuggel und Ausfuhrverboten. Manche Dinge ändern sich eben nie.

Das Wort Lumpensammler, welches heute wohl eher einen negativen Tatsch inne hat, war früher ein ehrenwerter Beruf, der von Frauen ausgeübt wurde, den Lumpensammlerinnen, die dann noch von Hand die gesammelten Materialien verarbeiteten.

NOT MACHT ERFINDERISCH! – wird ja immer behauptet. Sämtliche Pflanzen wurden ausprobiert, um Papier herzustellen. Schließlich gelang es Friedrich Gottlob Keller, ausHolzschliff Papier zu schaffen.

Auch die Stadt Merseburg verbindet mit Papier einiges. 1830 entstand die Papiermühle an der Neumarktbrücke. Bis 1990 existierte und produzierte in der Domstadt noch eine Papierfabrik.

Selbstverständlich konnte man hier vor Ort selbst Papier herstellen. Das Papierschöpfen wurde demonstriert und umfangreich erläutert. Jetzt ging es ans Ausprobieren.

Der vorbereitete Papierbrei wurde noch mit Gräsern und Blüten versehen. Dann hatte man die Möglichkeit, mit einem Schöpfrahmen, den man ganz einfach aus Bilderrahmen herstellen kann, Papier zu schöpfen und weiter verzieren. Nach dem Trocknen konnte man seinen selbst hergestellten Papierbogen mit nach Hause nehmen.

Während heute Papier zu 60% aus Altpapier hergestellt wird, bestehen unsere Geldscheine aus reiner Baumwolle. Wussten Sie das vielleicht?

Am heutigen Tag wurden hier im Petrikloster auch wieder selbst hergestellte Produkte zum Kauf angeboten. Ob Kräutermischungen, Duftsäckchen oder Marmeladen – für jeden war etwas dabei.

Auch im Sommerrempter hatten Kinder die Möglichkeit, beim Basteln und Malen ihre Kreativität auszuleben.

Des Weiteren konnte man auch kleine Badekugeln aus Seife, Kräutern und Blüten herstellen. Bereits zum Kräutertag am 2. Mai diesen Jahres wurde ein Kinderworkshop dazu angeboten. Mehr dazu finden Sie hier.

Führungen durch das Petrikloster gehören auf jedem Fall zu einem Muss, wenn man schon einmal hier ist und werden immer wieder gerne angenommen.

Dabei bekommt man einen Einblick in die Arbeit des Förderkreises Klosterbauhütte Merseburg e.V. und erfährt auch etwas über den Werdegang des Petriklosters. Was hat man in den letzten Jahren erreicht? Welche Projekte sind geplant?

Verschiedenste Hinweisschilder im Außenbereich dienen dazu, wichtige Hinweise und Fakten zu erhalten, um zu sehen, in welche Richtung die angestrebten Arbeiten in Zukunft führen sollen.

Auch Filzen konnte an diesem Tag ausprobiert werden. Vor allem Kinder probierten sich hier aus. Natürlich reihte ich mich einfach ein, um auch das einmal in meinem Leben ausprobiert zu haben.

Mit ganz viel Hingabe und sehr guter Anleitung entstand der eine oder andere kleine bunte Wurm mit lustigen Haaren.

Für das leibliche Wohl war wie immer gesorgt. Frisch gebackener Kuchen zum Kaffee oder doch die herzhafte Variante? Für jeden Geschmack war etwas dabei.

Man konnte sogar dabei zuschauen, wie die Möhren - Lauch - Suppe hergestellt wurde. Aber auch Steaks und Roster durften nicht fehlen.

Auf meinem Weg vom Petrikloster in die Stadt konnte man sehen, dass man schon von weitem auf den „Tag des offenen Denkmals“ im Petrikloster hingewiesen wurde.

Dieser Tag  war wieder einmal ein voller Erfolg. Ich machte mich dann langsam auf den Weg nach Hause. Im Handgepäck hatte ich meine Filzkugel für meine Katzen. Die werden bestimmt auch noch jede Menge Spaß damit.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Heinz Biemann, Kathleen Brehme 

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