Eine Führung mit der Burgfrau an und in der romant(t)ischen Neumarktkirche

Unter dem Motto: "Schnee von Gestern? Winterzauber Romanik - Roman(t)ische Neumarktkirche“ lud die Stadt Merseburg am 7. Februar alle Interessierten ein, die Kirche, die östlich der Saale am Fuße des Dom- und Schlossberges liegt, zu erkunden.

Es sollte eine Reise in die Vergangenheit werden und fand an einem kalten aber sonnigen Samstag statt. Die vorwitzige Marktfrau, die uns an der Seite der Burgfrau begleiten sollte, konnte ihren Dienst leider nicht antreten. Ihr krankheitsbedingter Ausfall sei ihr verziehen, aber nur, weil sie uns einen Gruß aus der Backstube gesendet hat – Plätzchen mit einem Entfesselungszauber oder doch Fesselungszauber? Völlig gebannt lauschten wir jedenfalls den Worten der Burgfrau. Wir hörten Geschichten, die mit dieser Kirche im Zusammenhang stehen.

Die ursprüngliche dreischiffige Gestalt des Baus ist heute nur noch zum Teil erhalten. Die Besonderheiten des ansonsten schlichten Baus und Änderungen am Gebäude selbst wurden erläutert. So wurde unter anderem das Hauptportal in der Vergangenheit versetzt.



Auch wenn die Burgfrau in der Regel den Dienstboteneingang nicht benutzt, zeigte sie uns stellvertretend für die kranke Magd den Eierstab, ein antikes Ornamentfries, bei dem sich die Formen eiförmig wiederholen. Er befindet sich am Nebeneingang. Die Burgfrau erläuterte uns auch dessen Bedeutung.

Die im mitteldeutschen Raum einmalige Knotensäule, die sich am spätromanischen Hauptportal der Neumarktkirche befindet, gibt auch heute noch Anlass für Spekulationen. Eine Möglichkeit ist, dass dieses „Zauberzeichen“ Unheil abwehren soll.

Im Inneren der Neumarktkirche St. Thomae Cantuariensis findet man verschiedene moderne Kunstwerke. Die von Gabriele Messerschmidt geschaffene Holzskulptur „Thomas von Canterbury vor seinem Schöpfer“ ist zum Beispiel im Chor ausgestellt.


Des Weiteren ziert den Innenraum der Kirche das Triptichon „Kreuzigungsgruppe vor Roter Wand“ von Klaus Friedrich Messerschmidt. Näheres dazu finden Sie hier.

Der Merseburger Altstadtverein engagiert sich sehr für die Erhaltung und Nutzung der Neumarktkirche. Unter anderem ermöglichte er, dass die siebenteilige Ottonengruppe "Terra Ottonum" von Dieter M. Weidenbach in der Kirche verbleibt. Der Kauf des Erzengels Michaelmachte das möglich.

Die Neumarktkirche ist eine Station auf dem ökumenischen Pilgerweg. Der Weg der Jakobuspilger führt durch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Die Pilger können hier in der romanischen Basilika der Pilgerherberge eine Rast einlegen. Am heutigen Tag nutzen wir die Möglichkeit, diese Unterkunft zu besichtigen. Trotz der hier auch im Sommer vorherrschenden kühlen Temperaturen übernachten noch bis in den November Pilger.



Das wird sicherlich nicht mein letzter Besuch in der Neumarktkirche gewesen sein. Es soll sich lohnen, die hier stattfindenden Veranstaltungen und Konzerte zu besuchen. Immer wieder ist von der guten Akustik zu hören.

Wenn Sie noch mehr über die Neumarktkirche erfahren möchten, lesen Sie hier weiter.

Redaktion: Jürgen Krohn

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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