Ostereierwerkstatt - Färben mit Natur - materialien im Merseburger Schloss

Seit Jahren ist es im Kulturhistorischen Museum des Merseburger Schloss Brauch, Ferienspiele anzubieten. Dazu zählt in den Osterferien die „Ostereierwerkstatt – Färben mit Naturmaterialien“, eine Veranstaltung für Kinder und Familien. Ostern ohne Eier ist einfach undenkbar!

Die Idee zu diesem Projekt, so berichtete Frau Seidel, bereits vor Jahren entstanden. Damals fand hier im Schloss eine interessante Ausstellung zum Thema „Rund ums Ei“ statt, wobei man lernen konnte, dass dieses Symbol unzertrennlich mit dem höchsten Fest des Christentums verbunden ist.

Mit sehr viel Engagement wurden diese Veranstaltungen in der Ostereierwerkstatt organisiert und durchgeführt. Am 2. April, einen Tag vor den Osterfeiertagen, hatte man noch einmal die Möglichkeit dazu. Für einen kleinen Obolus konnten die großen und kleinen Teilnehmer Eier mit Naturmaterialien färben und viel Wissenswertes über das Färben als solches lernen.

Leider macht der April in dieses Jahr seinem Namen alle Ehre. Schneeflocken mischten sich unter die aufkommende Osterstimmung. Nichts desto trotz ließen sich die heutigen Teilnehmer die gute Laune aber nicht vermiesen.

Doch bevor es in der Ostereierwerkstatt losging, empfing Frau Seidel alle Interessierten im Eingangsbereich des Museums. Da die Räumlichkeiten nur eine begrenzte Teilnehmerzahl zulassen, ist eine vorherige Anmeldung zu dem jeweiligen Termin unbedingt erforderlich.

Ausgestattet mit Schürzen, sollte es nun ans Tageswerk gehen. Zu Beginn erhielt jedes Kind und jeder Erwachsene ein Grundpaket - eine Eierpackung, die mit 6 gekochten Eiern, Stücke von Feinstrumpfhosen, Bindfäden und Farbperlen gefüllt war. Jeder sollte am Ende schließlich seine Kunstwerke mit nach Hause nehmen.

Aus den Eiern vom Hühnerhof Steuden entstanden die unterschiedlichsten "Überraschungseier", je nachdem, wie kreativ man selbst war. Außerdem lässt sich der Farbton beim Arbeiten mit Naturmaterialien nicht hundertprozentig voraussagen, da der von vielen Faktoren abhängt. So hat zum Beispiel das Futter der Hühner großen Einfluss auf das Endergebnis. Die Schalen der Eier von freilaufenden Hühnern sind dicker und kräftiger und daher zum Färben besser geeignet. Außerdem schmecken sie auch noch leckerer.

Des weitern können Hilfsstoffe zum Einsatz kommen, die die Farben intensiver wirken lassen, Essig oder Hilfsmittel aus der Apotheke zum Beispiel.

Da der Frühling noch nicht wirklich Einzug gehalten hatte, mussten Zwiebelschalen und Möhrenkraut ausreichen, um Muster auf die Eierschalen zu zaubern. Zarte Blätter, Gänseblümchen oder Ähnliches versteckten sich heute unter einer Schneedecke.

Nachdem man sich entschieden hatte, welches Muster man auf seinem Ei haben wollte, wickelte man das Ei mit Zwiebelschale, Möhrenkraut oder einfach nur so in die Feinstrumpfhosenstücke. Anschließend nutzte man das den Faden, um alles ganz fest zu verknoten.

Jedes Kind und jeder Erwachsene markierte nun seine Eier mit den farbigen Perlen als Erkennungszeichen.

Nachdem alle Vorarbeiten erledigt waren, ging es an das eigentliche Färben. Hierfür hatte Frau Seidel eine ganze Reihe mit alten Töpfen aufgestellt,  ,vor allem aus Emaille, weil die dafür bestens geeignet sind. In diesen Töpfen befanden sich die schon vorbereiteten Sude aus verschiedensten natürlichen Materialen, um die Eier rot, grün, blau oder auch braun zu färben.

Bei niedriger Hitze direkt auf der Herdplatte wurden die Farbextrakte geköchelt. Ein vorsichtiger Umgang war hier daher erforderlich. Neben Frau Seidel stand auch Herr Bruder, ein Mitarbeiter des Hauses, mit Rat und Tat zur Seite. Vorsichtig ließ man die vorbereiteten Eier in die mit Farblösungen gefüllten Töpfe gleiten.

Nun hieß es einfach warten. Am besten wäre es, die Eier über Nacht in den Töpfen zu lassen, aber soviel Zeit hatten wir ja nicht. Beim Arbeiten bekam man noch den einen oder anderen Tipp. So kann man zu Hause die Eier mit Speck abreiben. Die Eier glänzen dann sehr schön. Und die Farben wirken dann noch etwas besser.

Wenn die Eierschale nach dem Färben nicht defekt ist, muss man die Eier nicht unbedingt essen. Man kann sie so auch über Jahre aufbewahren. Wer hätte das gedacht.

Frau Seidel machte einen kleinen Exkurs durch Pflanzen oder Pflanzenteile, die eine färbende Wirkung haben. Holunderbeeren, die Schalenfrucht der Wallnuss, Johanniskraut, Kamille, Krappwurzel, Zwiebelschalen und Mate - Tee (hier von links nach rechts zu sehen) sind genauso geeignet wie Hibiskustee, Rosenblätter, Fliederblüten oder Birkenrinde. Diese Aufzählung ließe sich zweifellos noch weiter fortsetzen.

Außerdem nannte sie uns ein paar Gewächse, die aus heutiger Sicht nicht mehr als lebensmittelechte Farbstoffe gelten und daher hier NICHT zum Einsatz kommen. Hierzu zählt auch die Krappwurzel.

Nur lebensmittelechte Farben sind nämlich geeignet für Eier zum Verzehr. Ansonsten dienen diese gefärbten Eier nur zur Dekoration.

Interessant waren auch die Gespräche zwischen den Eltern oder Großeltern und den Kindern. Ganz nebenbei wurden kleine Rechenaufgaben gestellt und gelöst. Aber auch über gute Verstecke der Ostereier wurde diskutiert.

Langsam ging es nun daran, die Eier aus den Farbtöpfen zu fischen. Die Ostereiersuche begann eigentlich schon hier. Jeder sollte sich sein Exemplar ja mit den farbigen Perlen markieren. Aber ganz friedlich suchte man gemeinsam an der „Eierfront“.

Die herausgeholten Eier befreite man aus ihrem „Netz“ und trocknete sie ordentlich ab. Es wurde über die verschiedensten Ergebnisse diskutiert und gestaunt. Am Ende war die Zeit an diesem Vormittag doch sehr schnell vergangen.

Während die meisten Kinder ihre Schätze sicherten, halfen die Erwachsenen, schnell noch etwas aufzuräumen. Es war ein wirklich ein interessanter, lehrreicher und vor allem kreativer Vormittag, der allen Beteiligten viel Freude bereitete.

Selbst ich konnte sehr viele Informationen für mich mitnehmen und wünsche dem Team vom Kulturhistorischen Museum Schloss Merseburg  weiterhin viel Erfolg und neue Ideen für weitere Projekte zum Thema rund um das Schloss Merseburg.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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