Medizinischen Mittwoch im Merseburger Klinikum - Faszination Darm

Nachdem man vor dem Säulenhaus des Carl - von - Basedow – Klinikums das größte Darmmodell Europas unter „die Lupe“ nehmen konnte, war natürlich auch der Medizinischen Mittwoch diesem Thema gewidmet.

Die Internisten Herr Dr. Hake, Herr Wanke und Frau Nagel standen ab 15 Uhr gemeinsam mit dem chirurgischen Kollegen Chefarzt Dr. Mosa den Teilnehmern dieses Themennachmittags, sagen wir mal mehr oder weniger, zur Verfügung. Obwohl es zwischendurch etwas hektisch zuging, da die Referenten am gleichen Tag einer Weiterbildung beiwohnten, die parallel im Haus stattfand, war es ein lehrreicher Nachmittag.

Im Laufe eines Lebens passieren 30 Tonnen Nahrung und 50 000 Liter Flüssigkeit den menschlichen Darm. Dieser ist von 100 Billionen Bakterien bewohnt - 1 600 mal mehr Lebewesen, als zur Zeit Menschen die Erde bevölkern. Und diese Menge der 400 verschiedenen Bakterienarten macht 1,5 kg unseres Körpergewichtes aus.

Folgende Fragen standen im Mittelpunkt über das heikle Thema Darmkrebsvorsorge: 

                                                          1. Warum?

                                                 2. Wer?

                                                          3. Wann?

                                                          4. Wie?

Am diesem heutigen Vormittag besuchten Schulkinder und Lehrlinge das begehbare Darm - Modell vor dem Merseburger Klinikum. Ihnen stellte sich natürlich sofort die Frage, ob sie auch schon zur Darmkrebsvorsorge müssen?

Wir erhielten hier ein klares NEIN als Antwort, denn Darmkrebs tritt in der Regel ab dem ab 60. Lebensjahr auf. Jährlich werden 63.000 Neuerkränkungen in Deutschland verzeichnet, davon sind 90 neue Fälle in Sachsen – Anhalt.

Darmkrebs ist nach Prostata- und Brustkrebs die dritthäufigste Krebsart und betrifft Frauen und Männer gleichermaßen. Meist wird er zu spät erkannt. Die Risikofaktoren Ernährung, Lebensweise, Diabetes mellitus, chronische Darmentzündungen und erbliche Formen spielen dabei eine große Rolle.

Es wird empfohlen, ab dem 55. Lebensjahr Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen. In der Regel diagnostiziert der Internist eine Auffälligkeit oder Veränderung (z.B. Polypen) und überweist zum Chirurgen. Am Ende kann auch noch der Onkologe ins „Medizinische Boot" geholt werden.

Aus zunächst gutartigen Polypen entwickeln sich in 90 Prozent der Darmkrebserkrankungen bösartige Tumore. Bei einer kompletten Darmspiegelung entdeckt, können sofort weiterführende Maßnahmen durchgeführt werden. Polypen könnenmeist sofort vollständig entfernt werden.

Die Vorträge wurden mit entsprechenden Bildern und Videos anschaulicher gemacht. Uns wurde so ein Einblick in unser Innerstes geboten. Somit verdeutlichte man uns, dass eine Prophylaxe wirklich sinnvoll ist. Die genannten Zahlen sprechen für sich!

Positiv empfand ich auch, dass vor Ort Ansprechpartner waren, um Betroffenen oder Hilfesuchenden Tipps und Hilfsmittel aufzuzeigen, damit auch nach einer notwendigen Operation auch für sie noch ein lebenswerter Abschnitt beginnen kann.

Ein kleiner Gesundheitscheck konnte gemacht werden. Über gesunde Ernährung wurde nicht nur beraten, man konnte auch kosten. Besonders hatten mir es die angebotenen Säfte angetan. Säfte in den Farben grün und orange konnte man probieren. Dabei handelte es sich um Radieschenblätter, Rucola mit Apfelsaft und Karotten, Äpfel, Orangen mit Apfelsaft. Einfach lecker!

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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