Vortrag "Kopfbohrer, Aderlass und Co. - Medizin im Mittelalter"

Bei diesem interessanten Vortrag erhielten wir einen schnellen Exkurs durch die Medizin und deren Ursprünge. Die medizinischen Kenntnisse im Mittelalter stammten nicht nur aus Arabien.Bereits 300-400 Jahre v. Chr.  War es möglich, eine Lebensverlängerung durch chirurgische Maßnahmen zu erreichen.

Asklepios, in der griechischen Mythologie der Gott der Heilkunst, wurde zum Symbol der Heilkunde mit seinem Asklepiosstab.

Hippokrates gilt als Begründer der Medizin als Wissenschaft. Wer kennt ihn nicht, den Eid des Hippokrates. Es ist das erste bekannte sittliche Grundgesetz des Arztberufes.

Damals wurden Behandlungsmaßnahmen begründet, die bis in die frühe Neuzeit Anwendung finden. Aderlässe, Schröpfen und Abführmittel – alles schon einmal gehört.

Auf diesem Wissen entwickelte die Viersäftelehre weiter, auf deren Basis sich auch die Temperamentenlehre begründet.

Während man damals schon erkannte,  dass die Reinigung des Geistes durch Schlaf, Entspannung und das Gemüt des Menschen die Genesung und Heilung bestimmt, kann man es wohl schon als ganzheitliche Medizin bezeichnen.

Mit der Wanderung in östliche Richtung lebte die Medizin wieder auf. Im Einklang mit den Lebensregeln setzte man Musik als Therapie, unterstützte die Heilung, wie in der Antike, durch Diäten. Allumfassende Ansätze der Medizin wurden weitergeführt.

Um einmal den Bögen zum ehemaligen Benediktinerkloster zu spannen, darf hierbei auch die Mönchsmedizin nicht vergessen werden. Gründer des Benediktinerordens war Benedikt von Nursia.

Auch wenn die Chirurgie im Mittelalter nicht immer nur als gut befunden worden ist, gab es damals viele Einrichtungen, die uns vom Namen her bekannt sind z.B. Universität oder Hospital, die in der Aufgabenstellung nicht zu vergleichen sind mit heute.

Die Medizin im Abendland und die Kreuzzüge, die  regen Handel und Austausch von Wissen zur Folge hatten, aber auch Seuchen, das Tragen von Masken, der Schutz vor Krankheiten fanden Erwähnung. Ärzte hatten in dieser Zeit immer einen langen Stock, zu Untersuchungszwecken, aber auch um Abstand zum Patienten zu halten.

Autopsie, Zahnbrecher, Bader, die Magie im Mittelalter, Auslöser und Einflüsse auf Krankheiten z.B. Wetter und die Bedeutung der Chirurgie wurden angerissen. Und woher hat die Zuckerkrankheit (Diabetes) ihren Namen?

Zum Schluss widmete man dann noch etwas Zeit der Medizin für Frauen im Mittelalter.

Bei Frauen und ihre Krankheiten spielten eher die Nonnen und Hebammen eine Rolle. Die Einhaltung der Gottesgesetze, aber auch die Heilige Margarete, der der Schutz von Mutter und Kind oblag, wurde angesprochen. Die Bezeichnung Kaiserschnitt soll z.B. auf Cäsars Geburt zurückzuführen sein.

Frauenheilkunde, wobei das Wissen mündlich innerhalb der Familie überliefert wurde, und Hexenverbrennung riss man nur an. Noch stundenlang hätte man die interessierten Zuhörer mit Informationen füttern können. Weitere Fragen wurden im Anschluss gerne an den Ständen im Kloster beantwortet.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Förderkreis Klosterbauhütte Merseburg e.V., Kathleen Brehme

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