Maritime Stadtführung mit Captain Fu und Stadtführer Thomas Schültke

Am 30. Mai 2015 hieß es 15 Uhr „Leinen los“. Vom Schiffsanleger unterhalb des Domberges, legten wir ab mit Captain Fu ab und begaben uns auf eine zweistündige Reise von Merseburg nach Leuna und zurück getreu dem Motto: „An der Saale hellem Strande, fährt ein Schiffchen stolz und kühn...“

Mit an Bord waren nicht nur Teilnehmer dieser außergewöhnlichen Stadtführung, sondern auch Gäste, die ihre Kaffeerunde einer Jugendweihefeier hier auf dem Fahrgastschiff erlebten, aber auch der Stadtführer Thomas Schültke, anderen bereits besser bekannt als Benediktinermönch Thomasius aus dem Petrikloster.

Auf dem 5 Meter breiten und 25 Meter langen Boot begaben wir uns auf eine Reise, die viel Wissenswertes aber auch Sagenhaftes vermittelte.

Unterhalb des Schlossensembles, wie Thomas Schültke so schön sagte, fuhren wir also pünktlich ab. Während der Kapitän mit seinen 220 PS sicher die Saalewellen durchpflügte, unterhielt uns der Stadtführer mit allerlei Begebenheiten und Informationen über die Sehenswürdigkeiten an und in der Saale.

Backbord und Steuerbord wurden für die Laien schnell ausgetauscht, so dass wir auf der rechten oder linken Seite schauen durften.

Die Crew des Schiffes sorgte während der ganzen Fahrt für das leibliche Wohl. Aber das macht sie ja immer, wenn man sich auf eine Rundreise mit Captain Fu begibt.


Die Saale, mit einer Gesamtlänge von 413 km, weist nur einen 120 km schiffbaren Bereich auf. Davon befuhren wir am heutigen Tage nur ein kleines Stück.

Schon an der Neumarktbrücke bzw.  auch Waterloobrücke oder Dachbrücke genannt, erfuhren wir etwas über die Namensgebungen dieser Brücke und ihren historischen Werdegang.

Natürlich durften an dieser Stelle die Geschichten um den Saalealf nicht fehlen, der hier früher sein Unwesen getrieben haben soll. Auch die Gegend um die Neumarktmühle, die westlich der Saale liegt, blieb nicht von ihm verschont. „Erst ab dem 23. Juni geht daher ein ordentlicher Mensch baden, da würde einem nichts mehr zustoßen“ erfuhren wir von Thomas Schültke. Wollen wir es ihm mal glauben …


Vorbei an der Rischmühleninsel, wo sich früher ebenfalls eine der Merseburger Mühlen befand, mit der Rischmühlenhalle, wo die verschiedensten sportlichen Aktivitäten stattfinden, fuhren wir weiter in Richtung Leuna.

Idyllische Gärten, diverse Anlegestellen, auch die vom Marinekameradschaft Merseburger e.V., sichteten wir auf unserem Ausflug zu Wasser.

Die Saale zählte früher zu einer der fischreichen Flüsse. Somit gehörte die Region mit zu den beliebtesten Königspfalzen.

Es gab Zeiten, da war es auf Grund der chemischen Industrie um die Wasserqualität nicht zum Besten bestellt, doch nach der Wende verbesserte sich dieser Zustand.


Leuna, ehemals aus 5 Ortschaften zusammengelegt, ist natürlich eine geschichtsträchtige Industrieregion. Zum Beispiel nahm das 1917 nach nur einem Jahr Bauzeit errichtete Ammoniakwerk seine Produktion auf. Heutzutage dauern die Behördengänge wesentlich länger.

Das Waldbad in Leuna, welches seit 1931 immer wieder Gäste im Sommer anlockt, erreicht man über diese schon von weitem sichtbare orangefarbene Brücke. Auch heute zählt dieses Bad mit seiner über 100 m langen Riesenrutsche und einem Sprungturm zu den Besuchermagneten bei sommerlichen Temperaturen. Besucherzahlen wie im ersten Jahr seines Bestehens, nämlich 14.000 Gäste, wird es wohl nicht mehr erreichen.

Auch über diese Eisenbahnbrücke gibt es eine Geschichte zu erzählen. Vielleicht fragen Sie den Kapitän, wenn Sie selbst eine Fahrt mit dem Schiff machen danach?

In Leuna befand sich auch die Entnahmestelle für das Flutungswasser für den Geiseltalsee, dem größten künstlichen See Deutschlands.

Wanderer und  Radfahrer nutzten das sonnige Wetter für einen Ausflug, auch wenn die eine oder andere kurze Husche nicht auf sich warten ließ. 


Auf der Fahrt zurück nach Merseburg erinnerte der Stadtführer Thomas Schültke die schon etwas älteren Fahrgäste unter uns an die Gaststätte „Zum Saalestrand“, früher unter dem Namen „Strandkorb“ bekannt, wo Unstimmigkeiten untereinander noch mit den Fäusten ausgetragen wurden. Das eine oder andere Schmunzeln war zu sehen - raue Zeiten damals!

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass auf dieser Fahrt von Merseburg nach Leuna und zurück eine Jubilarin an Bord war. Die Mutter des Kapitäns feierte am heutigen Tag ihren 89. Geburtstag! Glückwunsch noch einmal.

Die Zeit auf diesem Ausflugsschiff verging wie im Flug. Die Informationen und Geschichten zu den Städten Merseburg und Leuna und der Saale mit ihren Geschichten waren wieder einmal sehr interessant.


Der Kapitän gab uns zu guter Letzt noch einmal mit auf den Weg: Wer Merseburg besuchen und kennen lernen möchte, sollte folgende Route beachten Dom - Schloss – Schiff!

Also weiterhin allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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