„Gerd-Gunther Madry - Malerei“ Vernissage im Kulturhistorischen Museum Merseburg

Am 27. Februar 2015 eröffnete im Kulturhistorischen Museum im Schloss Merseburg die Sonderausstellung von Gerd-Gunther Madry.

Wer ihn nicht kennt und nach ihm googelt, findet als erstes den Pharmazierat Dr. Gerd-Gunther Madry in der Eisenbahnstraße in Merseburg. Dort führt er seit 1977 die Teich - Apotheke. Dabei handelt es sich um die einzigste Apotheke mit einer eigenen Kunstgalerie deutschlandweit, der „eigen - e - art - galerie“.

Bei einem kurzen Gespräch vor Ort konnte ich schon einmal einen kurzen Blick auf seine stattliche Ansammlung an Gemälden von Gerd-Gunther Madry werfen.

Heute war es nun soweit. An diesem Freitagabend traf sich in der Hofstube des Merseburger Schlosses alles, was Rang und Namen im Saalekreis hat, aber auch viele Freunde und Bekannte der Familie Madry.

Zu den Gästengehörte unter anderem auch Dr. Christof Günther, der Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH, den der Landrat Frank Bannert bei seiner Eröffnungsrede besonders erwähnte, um darauf zu verweisen, dass es eben auch „Wirtschaftslenker mit Kunstverstand“ gibt. Nicht umsonst erfreut sich die Kunstgalerie des cCe Leuna, in der Hand der InfraLeuna Dienstleistungs GmbH & Co. KG, großer Beliebtheit.

Lange vor Beginn der Ausstellungseröffnung war abzusehen, dass die aufgestellte Bestuhlung in der Hofstube nicht ausreichend sein würde. Es wurde aufgestockt, sogar die Klavierbank oder Tische wurden am Ende als Sitzgelegenheit genutzt. Ca. 130 Gäste waren erschienen, um bei dieser Vernissage dabei zu sein.

Wie bereits erwähnt, eröffnete Landrat Frank Bannert diesen Abend. Er beschrieb Gerd-Gunther Madry, unseren legendären Apotheker, als einen besonderen Menschen, der andere Menschen mit Malen gesund macht.

Um die Bild des Malers erfassen zu können, verwies Herr Bannert, muss man auch einmal die Sichtweise verändern, etwas näher heran gehen oder auch weiter weg … einfach ein Grundsatz, den man im Leben ohnehin beherzigen sollte.

Ganz wichtig war es Herrn Bannert noch einmal darauf zu verweisen: „Gerd-Gunther Madry ist nicht käuflich!“ Das hatte mir der Pharmazierat bereits selbst bei unserem ersten Treffen erzählt. Natürlich ist er nicht egoistisch - ganz im Gegenteil. Motive für Postkarten und Kalender, die für einen guten Zweck gedruckt und verkauft werden, stammen aus seinem Atelier. Seine Ölgemälde sind nur als Exponate bei Ausstellungen oder Leihgaben unterwegs. Für diese großzügige Geste gebührt Gerd-Gunther Madry unser aller Dank.

Dr. Georg Sehrt, Vorsitzender des Halleschen Kunstvereins e.V., gab im Anschluss die Einführung zur Ausstellung und für ihn ist der Landrat ein Mensch, „der sich zu dieser Ausstellung äußert und noch Spaß daran hat“.

Herr Sehrt machte uns darauf aufmerksam, dass 65 Werke zu sehen sein werden mit älteren und aktuellen Themen, aus Urlaubsgebieten, verschiedenen Porträts. Diese Werke entstehen angeblich immer Freitagnacht in seinem Atelier. Es handelt sich also um eine kleine Auswahl seiner Bilder, die Her Madry im Laufe der Jahre geschaffen hat.

Bei Gerd-Gunther Madrys Malereien selbst sei immer wieder etwas Neues zu entdecken. Nicht nur die Anzahl seiner Ölgemälde wächst ständig an. Er ist ein Mensch mit hohen Ansprüchen, vor allem an sich selbst. Dadurch veränderte er nach und nach seinen Stil, damit er seinen künstlerischen Qualitäten gerecht wird.

Um seine Ausstellung hier im Kulturhistorischen Museum  Schloss Merseburg zu präsentieren, holte er sich auch Rat bei Dr. Georg Sehrt selbst, um das erarbeitete Konzept, seine eigenen Vorstellungen, aber auch kleine Denkanstöße und Hinweise umzusetzen.

Ich hörte heute nicht zum ersten Mal, dass Gerd-Gunther Madry früher besser gemalt hätte. Dabei entstanden unter anderem Landschaften im Stil der alten Meister in bräunlichen Tönen, die sich im Wesentlichen von den neueren Werken unterscheiden.

Seine „ordentliche“ Malweise veränderte sich mit der steigenden Verwendung der Ölfarben. Das Mehr an Farbe steigert aber sichtlich die Intensität der Motive. Manche Bilder scheinen zu leben, als ob zum Beispiel gleich Gebäude oder auch Möwen aus dem Bild heraustreten bzw. fliegen. Der Einsatz intensiverer Farben potenziert das Ganze noch.

Die Bildbetrachtung und Erfassung des Gesehenen ist somit nicht so einfach möglich. Dr. Georg Sehrt beschrieb die kontemplative Haltung gegenüber den Werken von Gerd-Gunther Madry. Auch hier ist es eben wichtig, die Sichtweise ab und an zu verändern.

Neben den schon erwähnten Landschaftsmalereien sind auch Porträts zur Zeitgeschichte zu sehen. Dazu gehören Willy Brandt oder Papst Benedikt XVI., um nur einige zu nennen.


In seinen Arbeiten setzt der Maler jedoch auch exotische Formen um. Menschenansammlungen verschiedenster Gestalt gehören zu seinen Themen. Damit beweist er auch Zeitgeist. Manche Themen, die er bereits 2005 bearbeitet hat, sind heute aktueller denn je (zum Beispiel Europa - Traum der Afrikaner).

Im September 2015 feiert unser „Malender Apotheker“ seinen 70 –zigsten Geburtstag. Bis dahin soll er noch möglichst viel lasieren, spachteln, dick Farbe auftragen und kratzen für einen guten Zweck oder aus Leidenschaft. Das eine oder andere Überbleibsel von seinen Urlaubsreisen, Kleingeldmünzen, darf er gerne weiter dafür verarbeiten, wenn ihm sonst kein anderer Verwendungszweck dafür einfällt!


Doch bevor sich nun endlich die Tür zur Sonderausstellung öffnete, bedankte sich Frau Dr. Heise vom KulturhistorischenMuseum Schloss Merseburg bei allen Beteiligten für das Gelingen dieser Ausstellung mit wunderschönen Blumenarrangements. Dazu gehören unter anderem die Leihgabe der Bilder, die Erarbeitung des Konzeptes, aber auch die Umsetzung in den Räumlichkeiten des Merseburger Schlosses durch die Mitarbeiter des Hauses.

Ein besonderes Dankeschön ging an den 24 -jährigen aus Aserbaidschan stammenden Gitarristen Rustam Yuzbaschow, dem die musikalische Umrahmung dieser Vernissage oblag. Seit 11 Jahren lebt er in Deutschland, berichtete mir der junge Mann. An der Merseburger Musikschule „J.J.Quanz“ konnte er seine musikalischen Kenntnisse erweitern. Im Moment absolviert er an der Martin-Luther-Universität in Halle Musik auf Lehramt.

Auf Grund der hohen Gästezahl musste man sich dann im Anschluss beim Betrachten der Ölgemälde von Gerd-Gunther Madry ohnehin etwas mehr Zeit nehmen. Davon hatte ich jedenfalls genug mitgebracht. Über Kunst lässt sich bekanntlich streiten, aber egal ob „ordentliches Malen“ oder „Gekleckse“, was keine Beleidigung sein soll, etwas bedeckter oder farbenfroher von der Farbgestaltung - schon die Motivvielfalt lässt einen selbst viel entdecken.

Wer Lust bekommen hat, in diese Sonderausstellung hineinzuschauen, hat noch bis zum 24. April 2015 die Möglichkeit dazu.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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Die Redakteure der meisten Medien sind nur kurz auf einer Veranstaltung, holen sich ein paar Infos, machen schnell Fotos und ab zur nächsten Veranstaltung. Wir vom Geiseltaler Veranstal-tungsmagazin werden in der Regel die gesamte Veranstaltung Vorort sein und  ausführlich mit Stimmungseinblicken der Gäste, in Wort und Bild, über die jeweilige Veranstaltung berichten. Dieses wird wesentlich näher und informeller als bisher umgesetzt!