FrauenSinn – Ein sozialphilosophisches Projekt stellt sich vor im „Kunsthaus Tiefer Keller“

Bereits seit dem 17. März kann man im Kunsthaus „Tiefer Keller“ eine neue Ausstellung besuchen. Am heutigen Tag, dem 24. März, fand die feierliche Eröffnung von „FrauenSinn“ statt.

In Anlehnung an die diesjährigen 10. Merseburger DEFA - Filmtage, die unter dem Thema „Frauen schreiben Geschichte(n)“ stehen, entstand dieses Projekt, welchem sich Studentinnen des 5. Semesters unter Leitung von Prof. Dr. Maria Nühlen stellten.

Die jungen Frauen sind an der Hochschule Merseburg im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit eingetragen. Dieses sozialphilosophische Fotoprojekt „FrauenSinn“ bot den Studentinnen viele Möglichkeiten, sich mit dem Thema „Frau sein und ihre Sinne“ auseinander zusetzen. Jede Einzelne konnte es auf ihre eigene Art tun.

Wie sehe ich mich selbst? Was ist mit Klischees – unter anderem Frauen und Schuhe? Bediene ich sie? Was macht eine Frau zur Frau und wodurch wird es verkörpert bzw. symboisiert? Wie sieht es mit der Sinnlichkeit der Frau aus? ...

Eine Anfrage von Frau Halina Czikowsky zur Mitgestaltung im Rahmen der DEFA - Filmtage bewog Frau Prof. Dr. Maria Nühlen im nächsten Vorlesungsverzeichnis ein Lehrangebot zu einem sozialphilosophischen Fotoprojekt anzubieten.

Zwölf interessierte Studentinnen trugen am Ende zum Gelingen des Projektes bei, auch wenn am heutigen Tag nicht alle anwesend sein konnten.

Anfangs standen viele Ideen im Raum, die überarbeitet oder negiert werden mussten. Natürlich wurde in diesem Zusammenhang nicht nur fotografiert, sondern auch recherchiert und interviewt.

Am Ende sind sieben verschiedene Themenbereiche entstanden. Sie geben Einblick in typisch Frau oder eben auch nicht. Wie sieht man sich? Wie wird man gesehen? Wie denkt man, dass man gesehen wird? Aber schauen Sie doch selbst:

Frau - Sein

„Symbole der Weiblichkeit“ – Interviews und Fotografien von Laura Snitil und Karoline Leithold setzen sich damit auseinander, was eine (bestimmte) Frau ausmacht und welches Gegenstand wird dem gerecht?

[Braut]fräulein

Fotografien von Franziska Höche, Karolin Kügler und Cindy Grundt thematisieren den schönsten Tag im Leben einer Frau, den Hochzeittag, innerhalb verschiedener Generationen einer Familie.

Eingänge

Janine Arttelt zeigt mit ihren Fotos die Individualität der Frau anhand ihres Schlüsselbundes. Welche „Macht“ wird ihr zuteil oder wozu haben diese Frauen verschiedener Altersgruppen Zugang?  Kleine Accessoires wie Ringe und Armbänder machen die Einmaligkeit aus.

Frauen - Sinn - Bilder

Johanna Walsch zeigt fünf typische Frauenfiguren aus Märchen. Von der Prinzessin bis hin zur Hexe und bösen Stiefmutter sieht man diese an Märchen angelehnte Szenen und schon hat jeder seine Assoziation zu diesen Wesen im Kopf.

Projekt Schu(H)blade

Julia Fischer und Anja Pohl interpretieren auf ihre Art und Weise das Thema Frauen und Schuhe. Ein Klischee? Oder einfach nur alltagstauglich - Schuhe für viele Gelegenheiten sozusagen?

Frauenzimmer

Nicht an die Bedeutung der Frauenzimmer im 15. Jahrhundert angelegt, fotografierten Natalie Andrä und Sarah Otto verschiedene Zimmer von Frauen, die die Individualität einer jeden einzelnen widerspiegeln. Das vielleicht über Jahre geschaffene Ensemble ist Ausdruck der weiblichen Persönlichkeiten mit Erinnerungen, Lieblingsstücken, Vorlieben und vielem mehr. Es entstanden einzigartige Schnappschüsse.

Schlafaktiv

Sophia Richter sieht das Bett nicht mehr als das, was es einmal war - der Ort zum Schlafen. In der heutigen Zeit passiert viel mehr in unseren Betten, kann zum Mittelpunkt der eigenen vier Wände werden. Einerseits ist es ein Rückzugsort, in dem man sich sicher und geborgen fühlt, andererseits lebt man darin. Neben schlafen und darin liegen hat das Bett viel mehr Aufgaben übernommen. Man liest, arbeitet, lernt, denkt darin zu verschiedensten Tages- und Nachtzeiten. Entdecke (einfach) die Möglichkeiten!

Ich gebe zu, dass ich überlegt habe, trifft es auf mich zu? Sehe ich mich da irgendwo wieder? Typisch Frau oder nicht? Auf jeden Fall wurde intensiv diskutiert. Die jungen Studentinnen standen Rede und Antwort zu Fragen, die nicht nur das Projekt betroffen haben.

Von Zweifeln am Projekt oder gar sich selbst gegenüber war die Rede. Am Ende zählt das Ergebnis. Und das kann sich sehen lassen. Schnappschüsse aus dem hier und jetzt sind entstanden. „Typisch Frau“ wurde im Vorfeld vielschichtig betrachtet. Mir hat es jedenfalls sehr viel Spaß gemacht.

Noch bis zum 30. März 2015 kann man diese Ausstellung besuchen. Also nicht lange überlegen! Es lohnt sich wirklich.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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Die Redakteure der meisten Medien sind nur kurz auf einer Veranstaltung, holen sich ein paar Infos, machen schnell Fotos und ab zur nächsten Veranstaltung. Wir vom Geiseltaler Veranstal-tungsmagazin werden in der Regel die gesamte Veranstaltung Vorort sein und  ausführlich mit Stimmungseinblicken der Gäste, in Wort und Bild, über die jeweilige Veranstaltung berichten. Dieses wird wesentlich näher und informeller als bisher umgesetzt!