Buchpräsentation der Neuauflage "Die Merseburger Chronik" in der Stadtbibliothek

Die Stadtbibliothek „Walter Bauer“ und der Freundeskreis Literatur e. V. lud am 03. Juni alle Interessenten zur Buchpräsentation der Neuerscheinung „Merseburg: 1200 Jahre in einer Chronik aus Daten, Namen und Fakten“ von Jürgen Jankofsky ein.


Mit einer kurzen Begrüßung eröffnete Marion Ranneberg diesen Nachmittag. Auch Bürgermeisterin Dr. Barbara Kaaden und Kulturamtsleiter Michael George waren der Einladung gefolgt.

Dieses neue Buch erschien im März 2015 im Mitteldeutschen Verlag Halle. Es ist als eine Art Fortsetzung seines 2013 erschienen Buches „Merseburg: 1200 Jahre in 62 Porträts & Geschichten“ zu sehen. Mehrfach wies Jürgen Jankofsky darauf hin, dass beide Bücher nicht zwingend als Einheit zu verstehen sind, aber durchaus eine gute Ergänzung darstellen.

Jürgen Jankofsky versprach gleich zu Beginn seiner Buchpräsentation, laut, langsam und deutlich zu reden. Das muss wohl beim letzten Mal ein Manko gewesen sein. Aber  auch ein Jürgen Jankofsky sei nach eigenen Angaben noch lernfähig!

In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Merseburg und dem Stadtarchiv entstand die Chronik einer Stadt, die pünktlich zur 1000 – Jahrfeier der  Grundsteinlegung des Merseburger Doms veröffentlicht wurde.

Nach der Wende begann Jürgen Jankofsky  als  Stadtschreiber hier in Merseburg. Sein Ziel war es, Geschichten über Persönlichkeiten der Stadt zusammenzutragen und wiedergeben. Doch schon bald merkte er, dass Jahreszahlen, Fakten und Nachweise zur Untermauerung dieser Geschichten fehlten. Und mit Halbwahrheiten wollte er sich nicht zufrieden geben. Wie er selbst sagte, sei er  eben ein Schriftsteller mit historischem Interesse, aber kein Historiker.

Auch wenn Jürgen Jankofsky  für sein Werk „Merseburg: 1200 Jahre in 62 Porträts & Geschichten“ viel Kritik erlebte, versuchte er mit diesem Buch, die Merseburger Chronik zu überarbeiten, Fehler auszumerzen, Neues hinzuzufügen und noch bis 2014 zu ergänzen. Berichtigungen wurden vorgenommen. Durch Hinzufügen von einem Sachregister, einem Personenregister und einem Register mit alten und neuen Straßennamen bzw. Ortsteilen sollte die Benutzbarkeit des zweiten Buches verbessert werden.

Aus dem zuvor angekündigten 148 Seiten ist jetzt ein 431 Seiten dickes Machwerk entstanden – sozusagen ein „Ziegelstein“. Ein Lob sprach Jürgen Jankofsky  aus für die gestalterischer Zusammenführung von verschiedenen Elementen.

Am heutigen Nachmittag wollte uns Jürgen Jankofsky  drei seiner Chronistenporträts vorgetragen.

Er begann mit Thietmar von Merseburg, der die erste Merseburger Chronik geschrieben hat. Er hat also nicht nur den Grundstein für Merseburger Dom selbst gelegt.

Weiter ging es mit Ernst Brotuff, nach dem sogar eine Straße in Merseburg benannt ist. Er begann 1520 als „Schreiberling“ im Petrikloster. Nach dem Untergang des Merseburger Klosters, Brotuff hatte sich bis dahin bereits einen Namen gemacht, er hatte schließlich eine Familie zu versorgen, machte er sich die Merseburger Geschichte zur Aufgabe. Eine neue städtische Chronik war ohnehin angedacht worden.

Mündliche Überlieferungen nahm dieser fleißige Mann als Fakt  und Hypothesen als wahr an. Später hatte er auch das Amt des Merseburger Bürgermeisters inne und somit alles erreicht. Er besaß Macht, Ehre und Geld - Stadtgeschichte schrieb er ohnehin.

Zu guter letzt folgte noch Georg Möbius, der 1647 zum Rektor des Domgymnasiums ernannt wurde und für sich selbst keinen geistigen Müßiggang wollte. Er machte sich Notizen, sammelte Fakten, nahm Einsicht in Archive über alles, was mit Merseburg zu tun hatte. Georg Möbius saugtedie Informationen auf, las viel und vertiefte sein Wissen, studierte regionalhistorische Chroniken.

Auch Jürgen Jankofsky las, systematisierte und verwaltete seine Erkenntnisse immer unter den ökonomisch denkenden Gesichtspunkten seines Verlegers.

Der Beginn einer Fortsetzung war auch schon gemacht. Jürgen Jankofsky möchte das nächste Mal vielleicht kritische Anmerkungen voranstellen. Das Interesse an seinen Merseburger Werken ist auf jeden Fall vorhanden. In der Stadtbibliothek sind es bereits Top-Titel.

Nach dieser letzten Veranstaltung vor der Sommerpause bedankte man sich mit blumigen Grüßen beim Schriftsteller Jürgen Jankofsky und verabschiedete sich mit der Fortsetzung der kulturellen Veranstaltungen in der Stadtbibliothek “Walter Bauer“ in der zweiten Jahreshälfte.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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