"Die beste Bauernregel für jeden Tag" - Buchpräsentation und Bildervortrag mit Dr. Jurik Müller

Wer kennt das nicht. Es wird gemeckert, was das Zeug hält – über das Wetter. Zu warm, zu kalt, zu nass oder einfach nur zu … Das Wetter ist und bleibt eben Gesprächsthema Nummer eins. Wettervorhersagen in der Tagespresse oder im Fernsehen gehören zum Leben dazu, wie das Salz in der Suppe.

Bäuerliche Spruchweisheiten rund ums Wetter kennt jeder. Ob es sich wirklich um wahre Bauernweisheiten oder Scharlatanerie handelt, sollten wir an diesem heutigen Nachmittag erfahren.


Doch zuvor begrüßte der Vorsitzende des Freundeskreis Literatur e.V. Martin Popp den Merseburger Oberbürgermeister Jens Bühligen. Kurz vor Eröffnung der Leipziger Buchmesse überreichte man ihm symbolisch für all die anderen zu Verfügung gestellten Bücher ein Exemplar. In diesem Jahr waren es vor allem WAS IST WAS - Bücher vom Tessloff Verlag. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Sachbüchern für Kinder und Jugendliche. Ich persönlich denke, dass die ein sehr guter Grundgedanke für diese Schenkung ist!

Aus gegebenem Anlass, Jens Bühligen ist im letzten Sommer Vater geworden, wurde ihm ein „WAS IST WAS Junior“ - Buch mit dem Titel „Abenteuer auf der Ritterburg!“ ausgehändigt. Für ihn und seine Familie gehöre das Vorlesen am Abend nach eigenen Angaben einfach mit dazu. Und das ist gut so!


Die ersten Wetterbeobachtungen wurden schon knapp 700 Jahre vor unserer Zeitrechnung gemacht und dokumentiert. Im 17. Jahrhundert wurde der Hundertjährige Kalender verfasst. Dabei handelt es sich um eine Zusammenstellung von Wettervorhersagen, die vom Abt Mauritius Knauer des Zisterzienser - Klosters Langheim gemacht worden sind, um die klösterliche Landwirtschaft zu optimieren. Im Jahre 1701 erschien die 1. gedruckte Ausgabe davon.

Diese Bauernweisheiten sind auch heute noch in unserem Alltagsbewusstsein. Der Meteorologe Jurik Müller selbst beschäftigt sich seit mehr als dreißig Jahren mit Bauernregeln. Er überprüft sie nach heutigem Wissensstand auf ihren Wahrheitsgehalt.

Bei der meteorologischen Exkursion quer durch die Monate des Jahr erfahren die Zuhörer etwas über diese Wetterbeobachtungen und erhält von Dr. Jurik Müller Erklärungen aus der Sicht eines Meteorologen, welche Umstände wahrscheinlich zu diesem oder jedem Wetterereignis führen.

Brauchtum, kleine Anekdoten, Geschichten zu den Lostagen (wie zum Beispiel Lichtmeß, die Eisheiligen, Siebenschläfer oder Johannistag), kurz- und langfristige Prognosen, Traditionen und Riten werden angerissen.


Über Generationen hinweg wurden diese Wetterbeobachtungen weiter gegeben. Sie beinhalteten Wissen, Wünsche, Aberglaube aber auch Unsinn. Anzeichen, Besonderheiten aus Natur und Umwelt, Pflanzenwachstum und Erntesegen, medizinische Hintergründe und körperliche Befindlichkeiten im Zusammenhang mit Wetteränderungen, Pflanzen- und Tiere als zuverlässige Wetterpropheten wurden angesprochen.

Flora und Fauna reagieren oft sensibel auf die Wetter- und Umweltveränderungen. Im Zuge des Klimawandels muss man sich auch mit diesen Bauernregeln auseinandersetzen. Zahlreiche Diagramme verdeutlichten den Zuhörern, dass sich zum Beispiel in den letzten Jahren und Jahrzehnten die Vegetationsperioden hier in der Region um rund einen Monat verlängert haben, was wieder Einfluss auf die Landwirtschaft hat.

Bauernregeln beschäftigen sich nicht nur mit Wettervorhersagen, sondern auch mit Empfehlungen für die Ernte, Arbeitsanweisungen und landwirtschaftlichen Prognosen oder auch Gefahren für die Ernte schon im Wachstum und der Blütezeit. Daher erachtet es Dr. Jurik Müller als sehr wichtig, dass dieses Wissen auch in die Köpfe der jüngeren Generation übergeht.


Inzwischen stammen auch Tierregeln und andere Wetterweisheiten aus seiner Feder, die seine Erkenntnisse und Erfahrungen widerspiegeln, die er dann immer wieder mit den Bauernregeln in Büchern oder Zeitschriften veröffentlicht.

Mit viel anschaulichem Bildmaterial überzeugte er seine Zuhörerschaft und untermauerte seine humorvollen Erläuterungen. Zum anderen konnte man das Gehörte etwas mehr verinnerlichen.

 Ich komme nicht umhin, einen zum Besten zu geben, den ich heute gehört habe: 

 

           „Dreht die Kuh sich mit dem Schwanz von Osten nach Westen,

                        entwickelt sich das Wetter nicht zum Besten.“



Anmerkung der Redaktion:


Es war zweifellos ein interessanter Vortrag, der sich mir vor allem mit den letzten Diagrammen über die doch zu verzeichnenden Veränderungen in der Natur noch nachhaltiger präsentierte. Aber die zunehmende Unruhe der Zuhörerschaft bei der Länge dieses Vortrages und die zu wissenschaftlichen Erklärungen lässt sich damit durchaus erklären. Eine Pause zwischendurch oder eine Straffung des Vortrages hätten die, natürlich unhöfliche, Reaktion des Publikums Dr. Jurik Müller gegenüber abwenden können.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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