„Das Ewig Weibliche“ – Vernissage von Bruno S. Otto in der Domgalerie

Am 12. Mai liefen um die Mittagszeit die Vorbereitungen für die Vernissage von Bruno S. Otto am Abend noch auf Hochtouren. Bilder wurden noch aufgehängt, die eine oder andere Korrektur vorgenommen.



Gegen 18 Uhr, eine Stunde vor Ausstellungsbeginn, wirkten alle Beteiligten wesentlich entspannter. Schon im Vorfeld der Eröffnung wurde heiß über das Thema „Das Ewig Weibliche“ diskutiert. Immer wieder wurden Verbindungen zu Goethes „Faust“ hergestellt. Faust und Bruno S. Otto lernten das Leben in der Studierstube kennen, aber genießen oder genossen auch das praktisch sinnliche Leben.

Zwei  Seelen wohnen auch in seiner Brust, so verkündete Laudator Bernd Leistner bereits in der Gesprächsrunde im gemütlichen Ambiente des Galerie-Cafes in der Merseburger Domgalerie. Goethes Faust wurde immer wieder auf den Künstler projiziert. Auch Bruno S. Otto ist ständig auf der Suche nach dem, was die Welt im Innersten zusammenhält. Dabei erlaubt er sich, immer wieder einen Blick unter die Oberfläche.

Im Gespräch über Malerei und Theater ging man auch gleich auf die Suche nach Themen für neue Projekte und Ausstellungen. Unter anderem könnte sich Bruno S. Otto „Händel“ erneut als Thematik vorstellen.

Seine figurative Malerei mit Öl und Acryl bezeichnet er selbst nicht als Stil sondern als eigene Bildsprache. Realität vermischt mit Abstraktion, Illusion und Phantasie lassen Bilder mit einer gewissen Spannung entstehen. Diese charakteristische Art zu malen von Bruno S. Otto, macht das Wesen seiner stimmungsvollen und ausdrucksstarken Werke aus. Ideen zu seinen Gemälden entstehen in seinem Kopf. Angeregt wird er durch das, was er um sich herum beobachtet.

Der 66-jährige Bruno S. Otto erblickte in der Nähe von Dresden das Licht der Welt. Wie zu erfahren war, legte man ihm damals schon das Malen in die Wiege. Die Gene, die Gene! Sein Urgroßvater und seine Mutter Elisabeth machten es Bruno S. Otto vor. Seine Leidenschaft – das Malen – machte er bereits während seiner beruflichen Karriere im Bereich Agrarwissenschaften und Chemie verbunden mit Forschungsprojekten. Während er diesen Bereich an den Nagel gehängt hat, frönt er seiner Leidenschaft weiter. Das Malen, welches er seit Kindesbeinen für sich entdeckt, inspiriert ihn ständig, um neue Werke zu schaffen.

Seinen eigene Form- und Farbgebung erlernte und entwickelt er seit vielen Jahren und Jahrzehnten. Während seiner künstlerischen Ausbildung besuchte er verschiedenste Kurse bei bekannten Universitätszeichenlehrern u. a. an der Kunsthochschule der Burg Giebichenstein in Halle/Saale.

Seit 2006 ist der in Holleben (Saalkreis) lebende Künstler freischaffend selbstständig tätig. Verschiedene nationale und internationale Ausstellungen in Gemeinschaft oder Einzeln in Galerien oder auf Messen geben ihm die Möglichkeit, sich und sein Können zu präsentieren.

Aber erst einmal musste am heutigen Abend das Duell  Bruno S. Otto vs. König Fußball mit dem Champions League – Rückspiel Bayern München gegen den FC Barcelona gewonnen werden.

Zur Vernissage um 19 Uhr waren aber reichlich Gäste erschienen, was eindeutig für Bruno S. Otto spricht. Während Jürgen Lenz wieder für die musikalische Umrahmung im Kunsthaus sorgte, richtete der Galerist Herr Leidel nur ein paar Worte an die Besucher, ohne zu vergessen, auf die erste Jungweinprobe hier im Haus hinzuweisen.

Laudator Bernd Leistner, der sich als Kollege im Kunstzirkel bezeichnete, gab  zu, dass er den Titel „Das Ewig Weibliche“ sehr interessant  fand. Auch bei seiner Laudatio wurde immer wieder der Vergleich zwischen Goethe Faust und dem Menschen Bruno S. Otto gezogen. Das erschien schon sehr bedeutend.

Bei der Vorbereitung auf diesen Abend kam Bernd Leistner nicht umhin, etwas tiefer zu blicken. Er nannte es ganz einfach:  „Schau mir in die Mappe Kleines“. Neben Altbekanntem stellten sich ihm aber auch viele Fragen, die vielleicht im Laufe des Abends geklärt werden können. Dazu gehörten zum Beispiel: Wie ist er zum Malen gekommen? Was ist das Menschliche an seinen Bildern? Woher nimmt er seine Inspiration?

Natürlich wurde geschmunzelt, als Bernd Leistner über Bruno S. Otto berichtete und auf seine freischaffende Karriere hinwies, denn auch vor dem künstlerischen Werdegang hat auch er einen „anständigen Beruf“ erlernt, promoviert und gedoktert. Trotzdem besuchte er parallel dazu Kurse, um sein künstlerischen Können zu verbessern.

An mehr als 90 Ausstellungen war  Bruno S. Otto beteiligt, darunter 25 Einzelausstellungen, die überregional und auch in Holleben stattfanden. Und 50 Bilder kann man sich hier anschauen.

Durch seine berufliche Forschungsarbeit ist Bruno S. Otto Wissenschaft keine Unbekannte. Wissenschaft wird von ihm im Sinnbildlichen wiedergegeben, indem er Nervenzellen oder DNA - Strukturen darstellt. Zwischenmenschliche Beziehungen sind auch Chemie, die durch Erotik und Sinnlichkeit gekennzeichnet wird. Geheimnisvolle Formen und Farben prägen seine Werke, die genauso Schlüsselreize für Männer und Frauen widerspiegeln, wie chemische Botenstoffe Reize hervorrufen. Dann doch: Und ewig lockt das Weib?

Das ausgewählte Titelbild für die Ausstellung in der Merseburger Domgalerie warf für Bernd Leistner jedoch die Frage auf, wohin gehört der Fuß auf der Schulter des Mannes hin? Nach einem Gespräch mit Bruno S. Otto wurde jedoch bald klar, dass über sein Bauchgefühl gepaart mit seiner eigenen Anatomie am Ende alles stimmig ist.

 

Mit dieser Ausstellung werden uns aber am Ede auch Goethes Gretchen in verschieden Varianten und Posen präsentiert. Und Bernd Leistner nannte uns einige seiner Favoriten. Dazu zählen „Im Weinberg“ oder auch „Weibliche Gene I und II“.

Bruno S. Otto  hat sogar eines seiner Werke auf Anraten des Laudators umbenannt.Aus “Paris ruft“ wurde „Carmen“.

Eigentlich hätte man mit dieser Vernissage noch ein paar Tage warten müssen, denn dann hätte man mit der Grundsteinlegung des Doms am 18.05.1015 ein bedeutsames Datum erwählt, so Laudator Bernd Leistner mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Für Bruno S. Otto war es daher ein Anliegen, auch Merseburger Motive oder Uta von Naumburg darzustellen.

Während dem Maler diese Stifterfigur, einer von 12 Figuren des Naumburger Doms, als Vorlage für verschiedene Gemälde zugute kam, ...

... diente das Bildnis der Uta von Naumburg Walt Disney als Vorbild für die Zeichnung der bösen Stiefmutter Schneewittchens in seinem Zeichentrickfilm „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ von 1937.

„Erotik im Wasser“ gab noch für die Besucher eine kleine Denksportaufgabe auf. Es galt zu erkennen, wie viele Personen auf dem Bild im Wasser zu sehen sind! Das lieferte mächtigen Gesprächsstoff.

Am Ende seiner Laudatio Provozierender wagte Bernd Leistner  den Vergleich mit Goethes Schlussworten in Faust “Das ewige Weibliche zieht uns hinan”, indem er hinterfragt, was „zieht hinan“ bedeutet. Anziehen oder hinaufziehen? Das faszinierende Weib steht höher, ohne es wären viele Dinge auf der Welt einfach gar nicht möglich (gewesen).

Auch nicht dieser Weg von Bruno S. Otto, denn diesen beschreitet er schon sehr lange mit seiner Frau. Zwischenzeitlich sind beide über 40 Jahre verheiratet.

Redaktion: Kathleen Brehme

Quelle: Homepage Bruno S. Otto, Wikipedia

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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