Autorenlesung mit Erdmute Flade "Wieder über Wiesen wandern - mit dir"

Die Stadtbibliothek "Walter Bauer" und der Freundeskreis Literatur e. V. luden wieder alle Interessenten zu einer Buchpräsentation der besonderen Art in ihre Räumlichkeiten ein. Diese  Bilderlesung war wie immer sehr gut besucht.

Die aus Halle/ S. stammende Erdmute Flade stellte ihr Gedicht - Foto - Buch "Wieder über Wiesen wandern - mit dir" vor. Ihre berührenden Gedichte wurden durch einfühlsame Naturfotos von Klaus - Peter Röder untermauert. Natürlich besitzt dieses Werk Geschenkbuch - Potenzial!

Man bedankte sich schon im Voraus bei der Stadtbibliothek "Walter Bauer" und dem Freundeskreis Literatur e. V.  für die sehr gute Vorbereitung. In einer Vitrine wurden sogar weitere Werke der Autorin aus- und vorgestellt.


Die Autorin Erdmute Flade, 11 Jahre als Lehrerin für die Fächer Russisch und Deutsch, gewährte uns mit diesem Buch Einblick in ihr ganz persönliches Dasein. Auf einem Streifzug durch das Leben stießen wir auf Ereignisse oder Situationen, die ein jeder von uns mit Sicherheit auch kennt. Es war, als ob man einen Spiegel vor das Gesicht gehalten bekommt. Von scharfen, verletzenden Worten war genauso die Rede wie von Liebe, Leid und persönlichen Empfindungen. Aber durch die Veränderung des Blickwinkels kann man auch eine völlig neue Sichtweise bekommen. Wer kennt das nicht? Wichtig ist jedoch, Dinge zu  genießen, auf welche Weise auch immer. Das entscheidet ohnehin jeder für sich.


Gemeinsam mit ihrem Mann trug  Erdmute Flade diese Gedichte in Blöcken vor. Zu Beginn gab ihr Mann den Hinweis, nicht zwischen den einzelnen Gedichten zu klatschen, sondern es einfach auf sich wirken lassen. Und das war gut so!

Diese gute Mischung von Gedichtblöcken, der musikalischen Umrahmung dieser Veranstaltung durch das Gitarrenspiel und den Erklärungen zur Bilderauswahl bzw. -findung machten diesen Nachmittag zu einer runden Sache - eine gelungene Kombination aus viel Gefühl und der Schönheit der Natur eingefangen in Fotos.

Ihren ersten literarischen Versuch unternahm die 17-jährige Erdmute Flade bei einem Literaturwettbewerb beim Radio der DDR. Das Telegramm, welches sie damals erhielt, weil sie einen Preis gewonnen hat, machte nicht nur sie sehr stolz.

Wieder angefangen zu schreiben hat sie dann nach der Geburt ihres ältesten Sohnes. Wertvolle Tipps bekam sie im „Zirkel der schreibenden Arbeit“ und später im "Schreibkreis“. Jetzt, als Rentnerin, hegte sie den Wunsch, ihre Gedichte zu veröffentlichen. „Wieder über Wiesen wandern – mit dir“. sind leise, berührende Gedichte, die einerseits einen Streifzug durchs Jahr betreffen und andererseits kurze Gedichte, die das Leben widerspiegeln.


Der Fotograf Klaus - Peter Röder, studierte seinerzeit Informatik, arbeitet unter anderem als Illustrator. Gemeinsam mit Lieselotte Witte, Merseburger Stadtführerin, entstanden auch „Plaudereien der Stadtführerin Lilo mit Kolkraben auf Schloss Merseburg“ und "Streifzug der Stadtführerin Lilo mit dem Kolkraben durch Merseburg".


Am heutigen Tag gewährte er uns Einblicke in die Zusammenarbeit mit Erdmute Flade  bei der Erstellung dieses Buches. Entweder wurden Bilder aus dem Fundus passend zu den Gedichten ausgesucht oder entsprechend der Situation Fotos  gemacht.

So entstanden zum Beispiel hunderte von Aufnahmen von Pferden, nachdem das Tier auf dem bereits ausgewählten Foto sich als Esel entpuppte. Pferde von Freunden hielten als Motiv her. Immer wieder gab es ein NEIN von der Autorin, weil es nicht das richtige Gefühl vermittelte, bedächtig ins neue Jahr zu gehen. Nicht zu forsch eben – „Jahreswechsel“.

Für ein Drachengedicht, dort soll der Drache nach Afrika fliegen, kaufte sich Familie Flade einen Drachen und ließ ihn steigen. Noch ein paar Veränderungen vorgenommen, und das Bild passte als Gesamtheit zu diesem kurzen Gedicht.

Immer wieder erhielten wir Einblick in die Entstehung der Gedichte. So zauberten die Kindergedichte auch bei der Zuhörerschaft ein Lächeln ins Gesicht, weil man es gut nachvollziehen konnte. Das Abnabeln der Kinder z.B. in „Mein Junge“ wurden beschrieben, aber auch das Lachen als Geschenk einer Freundschaft, in diesem Fall zur Freundin „Klara“ der Autorin. Als jung verheiratete Frau hatte Erdmute Flade eine „Bitte“, die sie in einem Gedicht beschrieb. Man(n) solle ihr ein klein wenig Raum für sich zugestehen. Und das sollte nicht als Egoismus gewertet werden.

Besonders hat mir das Gedicht gefallen „Wunsch“, welches sie ihrem Mann zum 40. Geburtstag schenkte. Ich hörte sinngemäß Folgendes: Man liebt sich, kennt sich, hilft sich und trotzdem soll man nicht nur in der Vergangenheit leben, sondern auch in der Zukunft!


Die 1987 geborene Karolin Schreiber begleitete mit ihrer Gitarre musikalisch diesen Nachmittag. Sie studiert Lehramt in den Fächern Musik und Französisch. Derzeit absolviert sie ihr Referendariat.

Ihr weiterer Werdegang wurde gut verpackt als WERBEBLOCK. Karolin Schreiber ist Mitglied und Tutorin des Landesgitarrenorchesters Sachsen - Anhalt. Ihr Repertoire als Solistin reicht von Gitarre, Klavier, Orgel, Geige bis hin zu Gesang. Das letztes Stück „Träume mit mir“ hat sie selbst geschrieben.

Mit schönen Blumensträußchen, gebunden von „The house of flowers“ aus Merseburg,  für die Akteure, wurde dieser besinnliche Nachmittag beendet.

Im Anschluss wurde natürlich diskutiert. Für manche ist ein Gedicht nur so ein langes Poem, was mich während meiner Schulzeit schon das eine oder andere Mal in den Wahnsinn treiben konnte. Goethe, Schiller & Co. lassen grüßen.

Per Definition ist ein Gedicht folgendes:

 

Mit dem Begriff „Gedicht“ wurde ursprünglich alles schriftlich Abgefasste bezeichnet; in dem Wort „Dichtung“ hat sich noch etwas von dieser Bedeutung erhalten. Seit ca. dem 18. Jahrhundert wird der Begriff im heutigen Sinn nur noch für poetische Texte verwendet.


Ein umfangreiches (oft mehrteiliges oder als Zyklus angelegtes) dichterisches Werk mit lyrischen und epischen Elementen (mit oder ohne verbindliche metrische Struktur) wird als Langgedicht oder (veraltend) Poem bezeichnet.

Redaktion: Kathleen Brehme

Quelle: Wikipedia

Text:  Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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