"Schnongs auf Hitsche. Kunst und Alltag in Mitteldeutschland"

Wer sich an diesem Nachmittag etwas die Beine vertreten oder der Sonne entfliehen wollte, hatte die Möglichkeit, die   Ausstellung im Merseburger Schlossgartensalon zu besuchen, die vom Berufsverband Bildender Künstler Sachsen - Anhalt e. V. und der Stadt Merseburg organisiert worden ist.

„Schnongs auf Hitsche“ oder auf hochdeutsch „Bonbon auf einer Fußbank“ ist ein gefördertes Projekt, welches Künstlern die Möglichkeit bietet, sich mit dem Alltag und dem Alltäglichen aus ihrer Sicht zu beschäftigen und in ihrer eigenen künstlerischen Gestaltungsform Position zu beziehen.

13 zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler, die bei einem Wettbewerb ausgewählt worden sind,  stellen noch bis zum 21. Juni 2015 ihre Werke verschiedenster Art aus. Zu sehen sind Arbeiten von:

  • Peggy Berger (Dresden) u.a. „Nebelwand“
  • Michael Emig (Magdeburg) u.a. „Viva Espania!“
  • Sinje Faby (Leipzig) „Luftschlösser … „
  • Antje Krohn (Dresden) zeigt Dinge des Alltags
  • Ines Lehmann (Dresden) zeigt Alltagstätigkeiten
  • Karolin Leitermann (Frankfurt am Main) u.a. „Das Hört Sich Weg“
  • Joerg Lipskoch (Halle) zeigt Menschen des Alltags
  • Metulczki (Leipzig) u.a. Trinkgedächtnisse“
  • Matthias Ritzmann (Halle) “Vereine”
  • Annegret Rouél (Halle) u.a. „Flüchtige Bekannte“
  • René Schäffer (Halle) „party people“
  • Stefan Scholz (Halle) „Fragmente des Alltags“
  • Marco Warmuth (Halle) "Das Vergessen vergessen"

Aber was ist nun wirklich schön oder hässlich, banal oder nicht alltäglich? Wer gibt uns eigentlich vor, wie ich etwas zu sehen habe?

Die Künstlerinnen und Künstler zeigen völlig verschieden Sichtweisen auf den Alltag.   Aber eins sind sie alle - aktuell. Im Umgang mit dem „Alltäglichen“ zeigt man sich von der sensiblen, vielgestaltigen, romantischen, skurrilen Seite. Diese Aufzählung ließe sich fortsetzen.

Fragmente des Alltags von damals und heute, die einem normalerweise unspektakulär erscheinen, werden in den Mittelpunkt gerückt oder verfremdet.

Es werden Stimmungen hervorgerufen, Geschichten erzählt und Konfrontationen mit der harten Wirklichkeit gewollt. Die  Künstlerinnen und Künstler lassen eigene Alltagserfahrungen mit einfließen. Man zeigt Menschen, die im öffentlichen Leben noch eine Rolle spielen und solche,  die daran kaum noch teilhaben.

Was bei dem einen offensichtlich ins Auge springt, fordert bei dem anderen schon etwas Vorstellungskraft! Und ob der schnöde Schnongs auf einer Hitsche (Bonbon auf einer Fußbank) nun so bedeutungsvoll erscheint oder eben eher nicht erwähnenswert, ist wohl einem jeden selbst überlassen. Die Einstellung zur Sache und die eigene Sensibilität kann einem keiner vorgeben.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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Die Redakteure der meisten Medien sind nur kurz auf einer Veranstaltung, holen sich ein paar Infos, machen schnell Fotos und ab zur nächsten Veranstaltung. Wir vom Geiseltaler Veranstal-tungsmagazin werden in der Regel die gesamte Veranstaltung Vorort sein und  ausführlich mit Stimmungseinblicken der Gäste, in Wort und Bild, über die jeweilige Veranstaltung berichten. Dieses wird wesentlich näher und informeller als bisher umgesetzt!