Live von der 14. Beat-Nacht am Hassesee

Man kann es kaum glauben,aber um von Braunsbedra nach Roßbach zum Hassesee, genauer zur 14 Beat-Nacht, zu kommen, haben wir tatsächlich 1 Stunde ein Taxiunternehmen nach dem anderen angerufen. Dabei stellten wir fest, dass es eine ganze Anzahl von Taxiunternehmen, die mit Telefonnummer aufgeführt sind, nicht gibt, und andere grundsätzlich nicht erreichbar sind! Für eine Region, die zu einer Tourismusregion erwachsen will, ein absoluter Negativ-Punkt!

Wir hatten dann Glück und ein sogenanntes Miet-Taxi bekommen und doppeltes Glück - es konnte uns sogar in der Nacht abholen, da war noch eine Lücke zwischen den schon gebuchten Fahrten.

Als wir am Hassesee ankamen und unsere 10 Euro Eintritt bezahlt hatten, schlug uns am Eingang des großen Zeltes eine Lärmwelle entgegen, die uns nicht riet, das Zelt zu betreten. Wir wissen ja, dass die etwas reifere Generation schon über Hörprobleme klagt, aber so laut entgegen zu kommen, muss nun nicht gerade sein, zudem diese Klangwelten eher an Proberaumkrach, als an einen richtigen Auftritt, erinnerten. Wir waren nun froh, doch später gekommen zu sein und hatten Glück, wir mussten nur noch einen Song von dieser Band ertragen.

Mit der zweiten Band aus Halle wurde es dann für die Ohren im Allgemeinen und auch für unsere Musikerseelen wesentlich erfreulicher. Die fünf Musiker brachten Songs von den Eagles über Rolling Stones  und Pink Floyd die Lieblingshits des reiferen Publikums. Die Kultband aus Halle spielte genau die Musik der 60er und 70er, wodurch sich die zur Hasse gekommenen Oldie-Fans zurück in alte Zeiten versetzt fühlten. Grund dafür war auch die deutlich spürbare, erfrischende Spielweise der fünf Musiker, die mit Spaß Musik machen und so ihr Publikum fesseln.

Das gut gereifte Publikum hatte richtig Spaß an der Musik ihrer Jugend und tanzte und tanzte ...

Bei der dritten Band des Abends wurden wir beim ersten vorgetragen Song, einer Soulnummer, von den Stimmchen der beiden Sänger doch sehr ins Gruseln gebracht – aber deren Stimmbänder besannen sich, und es wurde dann noch so richtig geil! Besonders bei „With a Little Help from My Friends “ in der Woodstock Version von Joe Cocker kamen die Stimmbänder zur Höchstleistung.

Der Leadsänger der Band machte zu Ende des Auftritts auf die altgedienten Musiker aufmerksam, die altersbedingt erkrankt sind und wohl nicht mehr auf die Bühne zurückkommen werden und schickte zu ihnen liebe Grüße. Dies wurde vom Publikum mit viel Beifall bedacht und unterstützt.

Diese Aktion stellt aber auch die eigentliche Grundfrage, wie es mit der Veranstaltung weitergehen soll, denn genau betrachtet fehlen immer mehr Musiker altersbedingt, was Bands von der Bühne für immer verschwinden lässt. Andererseits wird auch das Publikum immer älter und die Sitzgelegenheiten entsprechen diesem Altersklientel überhaupt nicht. Sieben Stunden auf den blanken Festzeltgarnituren ohne Lehne sitzen zu müssen, muss als Zumutung betrachtet werden. Hier ist eindeutig der Veranstalter gefordert, zumindest Festzeltgarnituren mit Lehne und Sitzkissen anzubieten.

Wie schon erwähnt, sollten wir um 1 Uhr vom Miet-Taxi an der Zufahrt zum Campingplatz abgeholt werden. Wir waren pünktlich und konnte dann noch einige der Songs der letzten Band der Beat-Nacht klar, deutlich und gut laut hören. Es dauerte auch nicht lange, bis einer der genervten Camper ganz laut Ruhe brüllte – aber hoffnungslos, dass dieser Hilfeschrei entsprechend ankam. Ob diese sehr lauten Veranstaltungen im vier Wochen Rhythmus die Camper und die Bewohner der Gemeinde so weiter mitmachen ist fraglich. Es sollte nach Alternativen gesucht werden, denn diese Problematik trifft auch für andere Städte und Gemeinden zu. Was benötigt wird, ist eine ideal liegende Fläche für Veranstaltungen mit entsprechender Infrastruktur.

Das Fotografieren hat Spaß gemacht, obwohl mich die neuen Kameras, die ich ausprobieren wollte, nicht mit mir bzw. ich nicht mit ihnen zu Recht gekommen bin. Da hat meine alte LUNIX Z3 dann mal wieder hervorragende Dienste geleistet. Als es vorne an der Bühne unerträglich laut wurde, hatte ich gemerkt, dass ich vieles von früher, als ich noch regelmäßig Musikveranstaltungen fotografisch begleitet habe, einfach vergessen habe, so dass die Ohropax einfach in die Tasche gehören – grins. Aber ganz ehrlich, es wird Zeit, dass ich mir wieder eine Fototasche mit Fotoapparaten packe, die nur ich benutze. Momentan sind meine oft on the road mit anderen Redakteuren. War letzte Woche sehr erfolgreich mit dem Ersteigern von passenden Kameras – denke da wird sich bald einiges positiv verbessern.

Liveredakteur: Jürgen Krohn

Fotos: Jürgen Krohn

Anzeige

 

Anzeigen

Die Redakteure der meisten Medien sind nur kurz auf einer Veranstaltung, holen sich ein paar Infos, machen schnell Fotos und ab zur nächsten Veranstaltung. Wir vom Geiseltaler Veranstal-tungsmagazin werden in der Regel die gesamte Veranstaltung Vorort sein und  ausführlich mit Stimmungseinblicken der Gäste, in Wort und Bild, über die jeweilige Veranstaltung berichten. Dieses wird wesentlich näher und informeller als bisher umgesetzt!