Tag der offenen Tür im Braunsbedraer Altenpflegeheim "Am Stadtpark"

Sehr kurzfristig, eigentlich durch einen Anruf, erfuhr ich von diesem Tag der offenen Tür im Altenpflegeheim Am Stadtpark. Da ich ohnehin schon seit dem Vormittag unterwegs war, nutzte ich die sich mir bietende Gelegenheit, um einen Abstecher zu machen. Und ich muss sagen – es hat sich gelohnt.

Die Geiseltaler Musikanten – das Bergmannsblasorchester - hatte ich zwar gerade verpasst, aber den Heimbewohnern, ihren Besuchern und den Gästen des Tages der offenen Tür wurde noch ein umfangreiches Programm geboten. Neben Drehorgelmusik gab es heute unter anderem den zweiten öffentlichen Auftritt des hauseigenen Chores. Bei dem umfangreichen Repertoire, welches die Damen boten, war auch noch eine Zugabe drin. Mir hat diese Einlage sehr gefallen. Da kann man nur sagen weiter so und immer fleißig üben.

Nachdem ich nun etwas verloren im Eingangsbereich stand, mir das muntere Treiben im Freigelände angesehen hatte, kam auch schon direkt die Leiterin der Senioren- und Pflegeheim GmbH, Frau Holzmann, auf mich zu und fragte mich freundlich, ob ich mich nicht trauen würde. Einerseits schon,  aber andererseits dann doch nicht, da es auch jetzt noch nicht wirklich ersichtlich war, dass hier heute Tag der offen Tür ist. Aber als ich Sie darauf ansprach, gab Sie gerne Auskunft.

Eine Schautafel im Eingangsbereich des Heimes hatte gleich zu Beginn meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die Bewohner sollten im eigens dafür angelegten Garten wieder mit ihren Sinnen erleben können. Das interessierte mich persönlich ungemein. Frau Holzmann zeigte mir das relativ neu angelegte Objekt. Im Anschluss führte sie mich durchs Haus, beantwortete meine Fragen und lud mich zu Kaffee und Kuchen ein.

Bei meiner Führung durch das Haus hatte ich dabei die Möglichkeit, mir ein Doppelzimmer, welches von ihren Bewohnern liebevoll eingerichtet und gestaltet worden ist, anzusehen. Da es nur 5, wahrscheinlich sehr begehrte, Einzelzimmer bei einer Bewohneranzahl von 59 in dieser Einrichtung gibt, ist ein Doppelzimmer Standard.

 

Frau Holzmann zeigte mir den Festsaal, einen Raum für die Beschäftigungstherapie, den vergrößerten, hellen Speiseraum, die Terrassen, das Außengelände mit schattigen Sitzgelegenheiten und dem kleinen Garten für die Sinne. Hier verabschiedete ich mich von Frau Holzmann, ging zurück ins Haus und schaute mir das eine oder andere ganz in Ruhe an.


 Im Festsaal, der sonst für Festveranstaltungen genutzt wird, wurden noch einmal die Schautafeln, die anlässlich des 60-jährigen Bestehens dieser Einrichtung im letzten Jahr angefertigt worden sind, aufgestellt. Nachdem ich mir alles angesehen und den einen oder anderen, auch vom Personal, auf den Fotos erkannt hatte, musste ich natürlich darüber schmunzeln.

 

Das hier aufgestellte Küchenbüfett, welches noch fertig restauriert werden soll, erinnerte mich sehr an Großmutters Zeiten. Der gedeckte Kaffeetisch mit den Sammeltassen ergänzten das Ganze natürlich. 

Wieder im Gemüsegarten angekommen, versuchte ich ein paar Fotos zu machen. Dabei traf ich auf Herrn Weinert, der mitverantwortlich für diesen Therapiebereich ist. Das Anregen der Sinne durch Sehen, Fühlen, Riechen oder Schmecken ist enorm wichtig. Auch das Gefühl, gebraucht zu werden, einen Platz hier zu haben, ist für das eigene Selbstwertgefühl von enormer Bedeutung.

Herr Weinert zeigte mir im Außenbereich auch das kleine Tiergehege, in dem Kaninchen gehalten werden, mit der Voliere. Auch hier beteiligen sich die Bewohner bei den anfallenden und notwendigen Arbeiten. Jeder wie er eben kann!

 

Man merkte ihm wirklich an, dass nicht nur ihm, sondern auch den Bewohnern diese Form der Beschäftigungstherapie Spass machen. Dafür hat er auch gleich einmal seinen Urlaub unterbrochen. Einfach mal nach dem Rechten sehen, aber seine Bedenken waren unbegründet. Er war sehr zufrieden!

Wir unterhielten uns sehr intensiv über die Veränderung der letzten Jahre und Jahrzehnte im generellen Umgang mit den alten Menschen. Sie sollen nicht nur „zwischen geparkt“ und ruhig gestellt werden. Das Leben soll so weit wie möglich lebenswert gestaltet, Fähig- und Fertigkeiten trainiert werden. Meines Erachtens ist alles  immer eine Frage des Geldes.

Meiner Meinung nach wird in den kommenden Jahren ein generelles Umdenken stattfinden müssen. Der Umgang mit adipösen Menschen auch im Alter, der immer größer werdende Anteil an alten oder pflegebedürftigen Menschen, die Finanzierung der Pflege u.v.a. m. geben Anlass dazu.


Ganz zum Schluss machte ich erneut einen Rundgang durch die Grünanlage mit dem Gartenteich. Begleitet wurde ich vom Chorgesang. Bevor ich mich zu einem weiteren Termin aufmachte, ging ich noch einmal in den kleinen liebevoll angelegten Garten, setzte mich auf die Bank am Gartenhäuschen und sah mir an, was ich dann sehen würde. Und ganz ehrlich, ich fand den Anblick beruhigend und kann nur befürworten, dass im kommenden Jahr auch verschiedene Getreidearten angepflanzt werden sollen. Diese Generation ist nicht groß geworden mit Gameboy und Playstation …

Ich denke schon, dass es für die Bewohner des Altenpflegeheim einmal ein ganz anderer Samstag war, aber mit Sicherheit auch mit sehr viel mehr Aufregung verbunden als sonst. Das Wetter sorgte für einen gemütlichen Nachmittag mit Unterhaltung, pro bono versteht sich, bei Kaffee und Kuchen, Eis und vielem mehr.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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Die Redakteure der meisten Medien sind nur kurz auf einer Veranstaltung, holen sich ein paar Infos, machen schnell Fotos und ab zur nächsten Veranstaltung. Wir vom Geiseltaler Veranstal-tungsmagazin werden in der Regel die gesamte Veranstaltung Vorort sein und  ausführlich mit Stimmungseinblicken der Gäste, in Wort und Bild, über die jeweilige Veranstaltung berichten. Dieses wird wesentlich näher und informeller als bisher umgesetzt!