Mit der Kräuterfrau am Geiseltalsee unterwegs

Als ich den Eintrag im www.geiseltaler-terminkalender.de zu dieser Führung umsetze, ging mir Folgendes durch den Kopf: Was der eine mühevoll mit der Hacke aus dem Garten entfernt und als Unkraut bezeichnet, nennt der andere mit einem Lächeln auf den Lippen ganz einfach Wildkräuter. Es kommt eben auf die Betrachtung an!

Da ich mich selbst für Kräuter interessiere, freute ich mich ganz besonders auf die 3-stündige Wanderung mit Frau Lattke. Und wenn die einmal in Fahrt ist …

Kurz nach 9 Uhr machte sich die zwanzigköpfige Gruppe auf, um mehr über Wildkräuter, auch hier im Geiseltal, zu erfahren. Dabei gibt es welche, die vielerorts zu finden sind und andere wiederum nur hier, speziell an die gegebenen Bedingungen angepasst. Eine immense Fülle an bekannten, unbekannten und schon vergessenen Wildkräutern lernte ich kennen.

Wir bekamen viele Tipps, wie man die essbaren Pflanzen verwerten kann. Ob als dekorative essbare Blüten, als Kräuter zum Würzen von Speisen, bei der Herstellung von Likören oder Ölen - der Einsatz und die Verwendung sind schier unendlich.

Grundvoraussetzung ist aber, dass man die Pflanze auch richtig kennt. Manche sehen sich zum verwechseln ähnlich oder nebeneinander stehend nur einmal kurz hingeschaut, erkennt man nicht gleich einen Unterschied.

Auf diesem Foto sieht man z.B. Gemeine Schafgarbe neben Wilder Möhre. Für Neulinge kaum ein Unterschied. In Natura kann man auch anfassen, riechen – schmecken nur, wenn man die Pflanze wirklich kennt!

Das Eine oder Andere von den Wildkräutern, auch wenn sie noch so schön aussehen mögen, ist eben giftig.

Hier sieht man einmal den Einsatz der Teilnehmer, um nicht nur die oberflächlich wachsenden Pflanzenteile zu erreichen. Hier dienen ein Messer und ein Gartenwerkzeug zum Ausgraben. Eine Schere und ein kleines Körbchen sollten bei einer Kräuterwanderung daher nicht fehlen.

Bücher können bei der Bestimmung von Pflanzen auf Wanderungen sehr hilfreich sein. Googeln kann man zu Hause ebenfalls. Ist man sich ganz unsicher, kann man durchaus einen Apotheker zu Rate ziehen. Diesen Hinweis von Frau Lattke fand ich persönlich  sehr gut.

Aber auch die heilende Wirkung der Pflanzen war immer wieder Thema bei dieser Exkursion. Die vielen Leuten bekannten Hildegard von Bingenund ihrWissen über Krankheiten und Pflanzen, vor allem die damit verbundene Nutzung der volkstümlichen Pflanzennamen, die meist einen Hinweis auf den Einsatzbereich geben, wurde des Öfteren angeschnitten.

Über Generationen wurde das Wissen über die heilende Wirkung von Wildpflanzen weiter gegeben. Ihr Einsatz gewinnt heut zu Tage wieder mehr und mehr an Bedeutung.

Ich persönlich bin der Meinung, man müsste einen gesunden Mittelweg zwischen Naturheilkunde, von manchen als reine Scharlatanerie abgetan, und der Schulmedizin, die mit ihrem Latein auch manchmal am Ende ist, finden. Am Ende entscheidet aber jeder für sich selbst, ob er zur chemischen Keule greift oder eben doch mal einen Aufguss macht, der vielleicht nicht besonders schmeckt und riecht.

Aber Frau Lattke hat auch sehr anschaulich erklärt, dass man nicht immer auf Medikamente verzichten möchte, weil die nachhaltige Wirkung von natürlichen Stoffen viel zu lange dauern würde.

Dem ist einfach nichts mehr hinzuzufügen. Ich möchte mich auf diesem Wege noch einmal bei Frau Lattke bedanken. Ich konnte nicht nur über die Flora, sondern auch über die Fauna am Geiseltalsee lernen.

Die Bedeutung der Wildkräuter als Spender von Mineralstoffen und Spurenelementen sollte bei der Vielzahl an Räubern z.B. durch den Einsatz von Konservierungsmitteln und v.a.m. nicht unterschätzt werden. Ich möchte Frau Lattke an dieser Stelle einfach einmal zitieren: „Die Verwendung der Wildkräuter, die unseren Speiseplan bereichern und unser Wohlbefinden stärken können, rückt seit einigen Jahren immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit.

Am Ende unserer Wanderung konnten wir dann selbst gemachte Kräuterbutter und verschiedene Geleesorten und Kräutertee als Erfrischung probieren. Komischerweise schmeckte mir und vielen anderen das Rosenblütengelee mit Lavendel am Besten. Ich selber finde Lavendel eine sehr ansehnliche Pflanze, aber riechen kann ich sie nicht. Mich hat diese Kombination daher sehr überrascht.

Redaktion: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

Anzeigen

Die Redakteure der meisten Medien sind nur kurz auf einer Veranstaltung, holen sich ein paar Infos, machen schnell Fotos und ab zur nächsten Veranstaltung. Wir vom Geiseltaler Veranstal-tungsmagazin werden in der Regel die gesamte Veranstaltung Vorort sein und  ausführlich mit Stimmungseinblicken der Gäste, in Wort und Bild, über die jeweilige Veranstaltung berichten. Dieses wird wesentlich näher und informeller als bisher umgesetzt!