Die Wanderung "Extrem & Artenreich" zum Kohlberg St. Micheln/ Mücheln

Trockenlebensraum Geo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland

Am 04. August nahm ich die Einladung des Geo-Naturparks "Saale-Unstrut-Triasland" an und begab mich gemeinsam mit anderen Teilnehmern unter der Führung von Adriana Kirchner, die nach ihrem Studium der Landschaftsökologie in den Naturpark kam, zum Kohlberg in St. Micheln. Dabei handelt es sich um einen besonderen Trockenlegungsraum, der eines von drei langjährigen Naturschutzprojekten ist.

Der Kohlberg ist ein Teil des FFH-Gebietes (Fauna-Flora-Habitat) “Müchelholz, Müchelner Kalktäler und Hirschgrund bei Branderoda”. Eine Informationstafel am Anger in St. Micheln, am Fuße des Kohlbergs, bietet Interessierten genug Wissenswertes, auch ohne eine spezielle Führung mitzumachen.

Dieses Naturschutzprojekt mit 1,4 Hektar Fläche gehört zu dem europäischen Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 und wird durch die EU und das Land Sachsen-Anhalt finanziert. Dieses Netzwerk hat zum Ziel, europaweit gefährdete Lebensräume und Arten zu erhalten und wieder herzustellen.

Hier kann man deutlich sehen, dass an dieser Stelle früher Kalkstein abgebaut wurde. Der kalkhaltige, karge Boden hat eine spezielle Vegetation zur Folge.

Die Ausstellung "NATURA 2000" kann noch bis zum 31.08.2014 in der Geiseltalseekirche in Mücheln/ Neubiendorf besichtigt werden. Dabei handelt es sich um ein Projekt des Landesamtes für Umweltschutz in Sachsen-Anhalt. Den Live-Bericht dazu finden Sie hier.

Den Teilnehmern dieser Führung zum Trockenlegungsraum Kohlberg soll einerseits vermittelt werden, dass diese Gebiete gefährdet sind und ein Schutz der Flächen, Pflanzen und Tiere unbedingt notwendig ist. Andererseits ist es notwendig, Lösungen zu finden, um dieses 3-jährige Projekt, welches 2015 ausläuft, weiter am Leben zu erhalten. Nur so ist eine nachhaltige Erhaltung der gefährdeten spezialisierten Flora und Fauna in diesem Gebiet möglich, da eine mangelnde Nutzung und Beweidung der Fläche eine Gefahr darstellt.

Die bereits erfolgte Vorpflege in den Jahren 2011/12 und die Nachpflege 2013/14 unterstreichen die Aufwendigkeit. Nur die mühevolle Entbuschung, Mahd und eine Beweidung, die bisher durch dieses Projekt koordiniert wurde, ist eine Garantie für den Erhalt dieser Region.

Durch das Offenhalten der Flächen ist es möglich, den sich hier angesiedelten Wärme liebenden Arten weiterhin einen geeigneten Lebensraum zu bieten und diesen zu erhalten. Zu ihnen zählen unter anderem Fledermaus, Kleine Hufeisennase, die seltenen Vogelarten Neuntöter und Sperbergrasmücke, die Schlingnatter und Zauneidechse, Kartäuser-Nelke und Purpur-Knabenkraut, Thymian und Silberdistel. Auch wenn zu dieser Tages- und Jahreszeit wenig davon zu sehen war, ein Grund dafür war mit Sicherheit auch die vor kurzem durchgeführte Beweidung mit Schafen, aber diese Arten können sich bei günstigen Voraussetzungen auf dieser Pflegeflächen ansiedeln bzw. haben es schon.

Die hier vorkommenden geologischen und klimatischen Bedingungen haben neue Entfaltungsmöglichkeiten geschaffen für Flora und Fauna. Man kann es auch einfach als überregionalen Migrationsweg bezeichnen. Pflanzen, die z.B. nur in Steppenregionen wachsen, haben hier ein zu Hause gefunden.

Ziel nach den drei Jahren, in denen das Projekt durch die EU und das Land Sachsen-Anhalt finanziert wird sollte es sein,, mit Unterstützung von Landwirten und Landwirtschaftsbetrieben eine Weiterführung der gezielten Offenhaltung der Flächen durch Grünschnitt, Mahd und Beweidung mit Schafen zu erreichen.

Fazit ist, dass Öffentlichkeitsarbeit unbedingt notwendig ist, um auf diesen Landstrich mit Trockenrasen aufmerksam zu machen. Heute ist es noch ein Lebensraum und Rückzugsgebiet für viele seltene Tier- und Pflanzenarten.

Redaktion: Kathleen Brehme

Text: Kathleen Brehme

Fotos: Kathleen Brehme

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